Diese Frage stellt sich immer wieder.
Aber wie kann man diese Frage beantworten? Es ist nicht ganz einfach. Und es gibt auch hier Unterschiede. Aber man kann es ja mal versuchen herauszufinden.
Was also braucht es, um uns Benzinjunkies glücklich zu machen?
Genau dies habe ich versucht mal herauszufinden. Also habe ich einige Zutaten in den „Gedanken-Mixer“ geworfen.
Jetzt war mir klar was ich wollte. Aber wo bekomme ich sowas her? Hier bediente ich mich dann doch wieder den umfangreichen Angeboten des in München ansässigem Autobauers.
Ein neues Programm mit dem Namen „BMW on demand“ machts möglich. Stundenweise, zu günstigen Konditionen, kann man sich hier Fahrzeuge aus der BMW Modellpalette ausleihen und fahren. Das Ganze gibt es derzeit nur in München, direkt in der BMW Welt.
Aber welches Fahrzeug soll man nun, für den glücklichen Man(n), wählen?
Richtig. Es muss ein M drauf stehen. Und wenn schon, dann mit einer möglichst großen Zahl nach dem Buchstaben.
Noch einmal Drehzahlorgien, schreiender Sound und ein Benzinverbrauch jenseits von Gut und Böse. Die Tage deratiger Autos sind leider gezählt, die darin verbaute Technik ist fast nur noch im Museum zu sehen.
Aber die Eckdaten lassen einem Mann einen kalten Schauer über den Rücken laufen.
5 Liter Hubraum, 10 Zylinder, 507PS, 520Nm, 8250U/min
Ja, bei BMW kann man(n) sowas noch ausleihen. Die Produktion des M6 ist schon seit Monaten eingestellt. Jedoch kann man ihn hier noch fahren und erleben. Da aber auch diese Zeit in näherer Zukunft vorbei sein wird, habe ich mich dazu entschlossen wenigstens noch einmal ein Automobil dieser Gattung zu erleben.

Also habe ich mir den M6 über BMW on demand für einen Tag gesichert. Eigentlich solltes es von Mittwoch bis Donnerstag sein. Da aber der Wetterbericht nun für Mittwoch doch Schneefall ankündigte habe ich den Plan schnell über den Haufen geworfen und heute Früh bei BMW angerufen um den Termin umzubuchen. Und zwar auf heute. Sonnenschein, halbwegs trockene Straßen. Und Morgen soll es ja auch ganz gut werden, zumindest Vormittag.
Also habe ich mich um 15 Uhr in der BMW Welt eingefunden. Ein paar Minuten zu früh war ich dort. Also bin ich mal kurz durch die „Welt“ geschlendert. Danach dauerte es ca. 5 Minuten am Schalter und schon hatte ich den M6 Schlüssel in der Hand. Nach einer kurzen Einweisung am Auto ging es dann auch gleich los.
Alles in allem eine sehr unkomplizierte und schnelle Abwicklung.

Nur soviel sei schon mal gesagt. Es ist schon unheimlich und man(n) kann es mit der Angst zu tun bekommen. Aber das Grinsen ist einem förmlich ins Gesicht gemeißelt. Und ja, das Kopfnicken beim Schalten mit dem 7-Gang SMG macht auch Spaß.

Es schneit. Also war die Entscheidung zum verschieben des Termins tatsächlich mal richtig. So langsam kann man das erlebte mal sacken lassen.
Das ist schon genial – so ein 10 Zylinder. Der Klang treibt einem schon die Tränen in die Augen. Egal ob tiefes brummeln aus dem Drehzahlkeller oder infernalisches Schreien jenseits der 6000 Touren. Es ist eine Schande das die Produktion solcher Motoren eingestellt wird – alles natürlich wegen der Umwelt. Gut, ökologisch Korrekt ist dieses Auto nicht. Ich habe es bei meinen Ausflügen auf einen Schnitt von 19,7l/100km gebracht. Und da waren keine Hochgeschwindigkeits Autobahnetappen dabei. Hier habe ich es eher ruhig angehen lassen. Im Schnitt denke ich so 170. Zum einen natürlich das Wetter und das viele Salz auf der Straße. Gepaart mit so manchem nassen Straßenabschnitt. Dazu dann noch die Winterreifen mit V Index. Also sowieso maximal 240. Ich habe es ab und zu bis ca. 230 getrieben. Zumal gerade beim Beschleunigen auf der Autobahn die Continental Reifen hilflos überfordert schienen. Das Heck war auch beim Beschleunigen jenseits der 160 noch etwas unruhig. Und da man nach 50km wohl kaum behaupten kann ein Auto halbwegs zu kennen und zu beherschen wollte ich hier nichts herausfordern.
Aber trotzdem hat es natürlich riesig Spaß gemacht. Auch mit so einem Auto kann man hervorragend im Schnee fahren. Durch die M Differenzialsperre kommt man wesentlich besser vorwärts als mit einem normalen BMW. Aber Heckantrieb bleibt Heckantrieb. Es gibt immer wieder mal Steigungen an denen man anhält und dann will es nicht mehr so richtig vorwärts gehen. Die Motorelektronik regelt die Leistung runter und man steht auf der Stelle. Hier hilft dann nur noch der Druck auf die DTC Taste. Dann ist die Traktionskontrolle deaktiviert und mit reichlich Schlupf an der Hinterachse gehts dann doch vorwärts. Untermalt wird das Ganze dann vom infernalischen V10 Sound. Spätestens jetzt hatt jeder Hirsch und jedes Reh im Umkreis von 5km seine Nachtruhe beendet. Treibjagt mal anders.

Ebenfalls ein Erlebnis wert ist das SMG Getriebe. Sicherlich eines der für den Komfort schlechtesten Getriebe dieser Welt. Ruckfrei ist für dieses Getriebe ein Fremdwort. Das Gegenteil ist angesagt. Alles darf man hören, alles darf man spüren. Wenn das Getriebe unter Vollast innerhalb von Millisekunden den nächsten Gang reinprügelt darf dies jeder Insasse bemerken. Ich finde es einfach Göttlich. Und in Kombination mit dem V10 ist es einfach Herrlich. Bei der Abgabe des Fahrzeuges wurde man natürlich ein wenig ausgefragt. Wie einem das Auto nun gefallen hat usw.. Und dann kam die Frage was ich denn zu diesem Getriebe sage. Als ich mit einem Grinsen sagte „..das ist einfach genial. Es passt perfekt zu dem Auto..“ wußte er garnicht mehr was er sagen sollte. Es kam nur ein „..das hat bis jetzt noch nie jemand gesagt..“.

Kommen wir mal zum negativen Teil. Nein, nicht das Auto. Das Wetter und die äußeren Umstände.
Gestern schien die Sonne. Als ich dann endlich wieder in Penzberg angekommen war, mit dem M6, habe ich mir schnell den Fotoapparat geschnappt und bin zu einer Fotolocation gefahren. Kaum hatte ich das Auto abgestellt, die Kamera im Anschlag, kam aus dem Seitenweg eine Reiterin mit Pferd und Hund. *******, das Auto stand im Weg. Gut. Ich rein ins Auto, ein paar Meter zurück. Die Reiterin hat sich freundlich bedankt und ich bin wieder in Position gefahren. Alles perfekt. Die Sonne schien. Gerade wieder ausgestiegen kommt auf der Straße ein Auto gefahren. Der Fahrer guckt mich blöd an – ich guck blöd zurück. Er deutet das er genau in diesen Feldweg rein will, wo ich davor stehe. Es muss also genau wenn ich da stehe der Förster kommen und da rein wollen. Also bin ich wieder ins Auto rein, diesmal ein Stück vor gefahren. Kurz gewartet. Und als ich dann sah, das er nur ein Stück in den Weg reinfuhr und dann stehen blieb, war diese Fotolocation versaut. Ich wollten keinen silbernen Toyota RAV4 im Hintergrund haben. Noch schien die Sonne, aber nicht mehr lange.
Also schnell ein Stück weiter fahren. Eine Location hatte ich noch im Ärmel. Dort angekommen sah ich die einspurige Straße von unten einen Bauern mit seinem Bulldog hochrumpeln. Also, ein Stück zurück in die Ausweichbox und warten. Die Zeit verging. Der Bauer hatte Zeit und so ein Bulldog ist kein Ferrari. Dann war er endlich vorbei und ich im Anflug auf meine Wunschposition, die Sonne gerade noch so mit ein paar roten Strahlen für ein perfektes Foto, sehe ich eine Horde Rentner, 15-20 an der Zahl, auf Wanderschaft. Genau da wo ich hin wollte. Da stehen sie nun und reden – weit auseinander gezogen. Das wird nie was. Also hab ich mich mit wütendem V10 Sound von den älteren Herrschaften verabschiedet und habe den Fotowunsch für den ersten Tag zu den Akten gelegt.
Geschichten die das Leben schreibt.
Und es kam was kommen musste. Von der angekündigten Sonne heute Vormittag war weit und breit nichts zu sehen. Es war einfach grau in grau. Und das den ganzen Tag. Demnach ist die Fotoausbeute sehr, sehr mager. Es kommt einfach nix rüber wenn alles so grau ist. Erschwerend noch dazu, das man aufgrund des Schnees nicht überall hin kommt wo man will. Und außerdem war das Auto auch nicht mehr in einem sehr fotogenem Zustand, die Verschmutzung eben. Also sind es in der Tat nur magere 50 Bilder geworden.
Hier gibt es alle Bilder, die bei der morgendlichen Jagd entstanden sind. Sicher kein typisches M6 Revier. Aber ich finde er macht auch hier ein gute Figur.

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