Heute möchte ich über die die derzeit im Aufbau befindliche Überwachung meiner Palmenzelte berichten.
Um tropische Pflanzen gut über den mitteleuropäischen Winter zu bekommen ist ein Winterschutz erforderlich. Je nach Region muss dieser mehr oder weniger umfangreich ausfallen. In unserem Breiten, im Alpenvorland, benötigt man einen wirklich starken und möglichst kompletten Winterschutz für die Palmen.
Im letzten Jahr habe ich Holzhütten gebaut. Hier war mir einfach der zeitliche Aufwand zu groß. In diesem Jahr sind es nun Zelte der Firma EcoTent geworden.
Aber egal für welche Umbauung man sich nun entscheidet. Wichtig ist das das Klima in den Häusern/Zelten stimmt. Hier ist eine ausreichende Lüftung genau so unabdingbar wie eine Heizung bei niedrigen Temperaturen. Aber wann muss man nun was machen? Wann ist es so weit, das geheizt werden muss? Wann muss bzw. kann gelüftet werden? Und nach getaner Arbeit ist auch interessant wie oft denn nun der Heizlüfter arbeiten musste. Ab welcher Temperatur usw..
Um all dies bestimmen zu müssen kommt man um umfangreiche Messtechnik nicht drumrum. Im letzten Jahr legte ich mir von TFA Dostmann den Klimalogg Pro zu. Mit den entsprechenden Temperatur und Feuchtesensoren. Das funktionierte so weit ganz gut. Jedoch ist das eben ein eher rudimentäres Ablesesystem. Die Auswertung der Daten am PC erinnert dann auch eher an eine Datenbank aus den 80er Jahren. Ein online oder live Zugriff auf die Daten ist mehr oder weniger unmöglich.
Also musste dieses Jahr eine andere Lösung her. Anfangs habe gedanklich immer den Fehler gemacht bei Wetterstationen und irgendwelchen Temperatur Loggern nach einer passenden Lösung zu suchen. Aber da wurden auch schnell diverse Grenzen aufgezeigt. Das war alles nicht optimal.
Schlussendlich hat Simmu (Danke nochmal) das Wort Smarthome in den Raum geworfen. Klar, diese kleinen Steuerungen für Heizungen, Jalousien Türen und was weis ich.  Die sollten eigentlich alles mitbringen was ich für die Palmenzelte benötige.
Also habe ich mich mal auf die Suche in diesem Sektor gemacht. Und siehe da. Ich bin fündig geworden. Natürlich. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es auch hier nicht. Aber man kommt den Wünschen und Anforderungen schon ganz nahe.

Aber was waren diese Wünsche und Anforderungen?

  • Klimadaten Wetter live ablesen und Aufzeichnung
  • Klimadaten in den Zelten live ablesen und Aufzeichnung
  • Live Status der Heizungen einsehbar
  • Aufzeichnung des Heizungsstatus, wann war die Heizung an
  • Stromverbrauch für jede Heizung
  • Steuerung der Heizung
  • Weboberfläche zur Bedienung und Verwaltung
  • umfangreiche Auswertungen und Diagrammfunktionen

Gut. Das ist schon mal nicht wenig. Aber eine Wetterstation kann damit eher nicht dienen. Aber eine HomeMatic mit entsprechenden Sensoren und Aktoren kann da ganz gut helfen.
Also habe ich mir bei Amazon mal schnell ein paar entsprechende Gerätschaften bestellt. Eine HomeMatic Zentrale CCU2. Dazu Temperatursensoren und diverse Schaltaktoren mit Leistungsmessern.
Und schon konnten die ersten Versuche los gehen. Alles in Betrieb nehmen, Sensoren anlernen. Benamung des ganzen. Ja, da ist man erst einmal beschäftigt. Man kann ja auch kleine Programme zur Steuerung hinterlegen. Ja auch eigene Scripte sind möglich. Das habe ich erstmal nur getestet. Das kommt später. Erstmal geht es um eine reine Anzeige- und Überwachungsfunktion.
Schnell wurde dann klar, das die HomeMatic zwar so weit alles gut kann. Jedoch den Punkt mit der Weboberflöche konnte sie nur unzureichend abbilden. Klar, die Konfiguration der Sensoren erfolgt über die WebUI der Homematic. Das ist alles toll. Aber die schlussendliche Anzeige und visuelle Darstellung kann die HomeMatic mit Bordmitteln eher nicht so toll.
Also musste hierfür noch eine Zusatzlösung her. Diese hört bei mir auch den Namen CCU.IO . Dieses Tool betreibt man auf einem extra Rechner. In meinem Fall ist es ein Microsoft Surface Tablett. Dort ist ein Webserver installiert. Dieses Teil läuft permanent neben der HomeMatic her. Es ist permanent über eine Schnittstelle mit der HomeMatic verbunden und zeichnet alle Zustände und Daten auf. Damit kann man nun alles umfangreich Visuallisieren, auswerten und per Web darauf zugreifen. Anfangs ist es nicht so ganz einfach da durch zu steigen. Aber nach einer gewissen „Lernzeit“ funktioniert das alles sehr gut und bisher auch sehr zuverlässig.

Ich habe mir da jetzt mal, soweit ich gekommen bin, eine kleine Weboberfläche zusammengebaut. Alles noch nicht so ganz schön. Aber es funktionier wunderbar

Hier jetzt einfach mal ein paar Screenshots des bisherigen Ergebnisses.

Die Übersichtsseite. Man sieht es sind noch nicht alle Sensoren und Aktoren verbaut.

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Die Glühbirne zeigt an, das Die Heizung im Haus generell einsatzbereit ist. Man kann diese auch darüber ausschalten. Das graue Feld darunter zeigt an, ob die Heizung gerade läuft. In dem Fall sind alle ausgeschaltet. Wenn die Heizung läuft erscheint anstelle der 0 der aktuelle Stromverbrauch. Darunter dann eben Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Zelt.

Eine weitere Seite habe ich zum Aufrufen umfangreicher Statistiken. Da bin ich noch nicht fertig. Das dauert noch. 🙂

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Und hier kann man jetzt die unterschiedlichsten Charts aufrufen. Die muss man sich entsprechend zusammenbauen.  Die sehen dann beispielhaft so aus.

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Im oberen einfach mal der Temperaturverlauf in allen Zelten über die letzte Nacht. Die gelbe Linie ist die Außentemperatur. Das untere Chart zeiht die Einschaltzyklen inkl. Leistungsaufnahme einer Heizung in der vorletzten Nacht. Da war es recht schattig draußen und das Zelt ist noch nicht komplett verschlossen.

Ja, es gibt noch viel zu tun. Aber für’s erste bin ich schon echt zufrieden damit.

Ich werde weiter berichten und bei Wunsch auch etwas mehr auf Einzelheiten eingehen.

 

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