Das Wetter ist beschissen. Es ist kalt und es regnet. Also der perfekte Zeitpunkt um über Palmen zu sprechen.
Ich möchte hier kurz über die diesjährige Palmenüberwinterung berichten. Also wie ist es den Pflanzen und der Technik im Zeitraum Ende Oktober 2014 bis März 2015 ergangen.

Beginnen wir mit den Zelten. Hier hatte ich ja bereits in diesem Beitrag ausführlich über den Aufbau berichtet. Nach der ersten Saison kann man sagen, das die Lösung mit den Zelten sich als sehr gut herausgestellt hat. Der Aufbau war relativ schnell erfolgt. Es gab keinerlei Wartungsaufwand über den Winter. Alles ist auch jetzt noch stabil. Ja, die Zelte haben seiner Zeit im Herbst die Stürme überstanden und auch jetzt der Orkan Niklas hat ihnen nichts anhaben können. Auch wenn es zugegebener maßen recht abenteuerlich aussieht wie diese Zelte so rumschwingen.
Was ich nächstes Jahr definitiv ändern werde ist die Abspannung der Zelte. Mit der jetzigen Lösung muss man bei stärkerem Wind immer wieder mal Nachspannen, was dann gerade bei starkem Wind etwas nervt. Aber das findet sich sicher was besseres.
Den Pflanzen geht es ausnahmslos sehr gut. Sie haben eben den ganzen Winter über auch Licht. Und sobald die Sonne scheint wird es schnell mollig warm im inneren der Zelte. Temperaturen bis zu 20° sind da keine Seltenheit, selbst wenn es außen noch Minusgrade hat.
Natürlich hat das alles auch den Nachteil das man die Pflanzen auch im Winter gießen muss. Das ist schon absurd. Es liegt Schnee, es hat -5 Grad und ich renne mit der Gießkanne durch den Garten. Wenn man das aber verpasst dann vertrocknen die Pflanzen irgendwann. Besonders die, die in Töpfen mit in den Zelten stehen.
Und natürlich sind die Heizkosten schon auch etwas höher als im letzten Jahr mit den Holzhütten. Diese waren doch umfangreicher und besser isoliert. Das ist dann unterm Strich der größte Nachteil der Zelte. Ich habe das gerade mal zusammen gerechnet. Insgesamt habe ich bisher zur Palmenzeltheizung rund 1.500kw/h an Strom verbraucht. Das entspricht so ca. 350-400€. Damit habe ich die Zelte aber selbst in kalten Nächten weitestgehend frostfrei gehalten.
Also alles in allem kein günstiger Spaß. Aber wer solch tropisches Gewächs überwintern will muss dafür auch was tun. Vor allem wenn man in klimatischen Zonen wie hier in Oberbayern rumhüpft. Am Bodensee oder am Rhein mag das alles wieder völlig anders aussehen.

Kommen wir mal zu den Rahmenbedingungen in diesem Winter.
Generell hatten wir einen normalen Winter. Die tiefste gemessene Temperatur hatten wir am 29.12.2014 mit -12,5°C. Jedoch meine ich mich zu erinnern, das es am 30.12. noch etwas kälter war. Jedoch funktionierte in dieser Zeit die Aufzeichnung in die Datenbank nicht. Von daher ist der Wert nicht festgehalten. Der wärmste Tag von November 2014 bis März 2015 war der 10.01.2015. Da wurde um 13:19Uhr eine Temperatur von +17,2°C gemessen. Jetzt im März haben wir es noch nicht bis in solch warme Regionen geschafft.
Wenn ich mir die Daten so anschaue dann lagen wir von Mitte Januar bis Ende Februar fast durchgängig im Dauerfrost Bereich. Wohl gemerkt alles im Schatten an der Nordseite gemessen. Dazu hatten wir ja auch einiges an Schnee. Also ein ganz normaler Winter eben. Kein extrem kalter, aber auch kein besonders milder.
Also insgesamt ein guter Gradmesser ob und wie eine solche Palmenüberwinterung funktionieren kann.

Technisch gesehen hat alles bestens funktioniert. Die Heizlüfter haben ohne zu murren durchgehalten. Pro Zelt mit 800 bis 1000Watt Heizleistung. Die Homematic mit ihren Temperatursensoren und ihren schaltbaren Steckdosen hat ohne eine Fehlfunktion durchgearbeitet. Fire and Forget könnte man sagen. Das ist schon sehr positiv.

So, nun aber genug der Worte. Jetzt will ich mal zeigen, wie denn so der Temperaturverlauf ausgesehen hat.
Ich beginne einfach mal mit den Monatsverläufen von Februar und März im Zelt der Livistona Chinensis.

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Temp Palmenzelt Livistona Chinensis Februar 2015
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Temp Palmenzelt Livistona Chinensis März 2015

Hier kann man schon sehr schön sehen, das das Zelt weitestgehend frostfrei war. Auch kann man die Tage mit Sonnenschein oder bzw. mit etwas mehr Licht sehen. Das sind immer die Spitzen nach oben. Wenn die Temperatur auch am Tag im unteren Bereich rumkriecht dann hatten wir meistens dichte Bewölkung oder Nebel.
Mach wir mal weiter mit einem 24 Stunden Beispiel. Da kann man auch sehr schön sehen, wie die Heizung arbeitet.

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Temp Palmenzelt Cordyline Australis 21. Januar 2015
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Aussentemp. Penzberg 21.Januar 2015

Im oberen Chart sieht man den Temperaturverlauf im Zelt. Sehr schön kann man sehen wie Nachts die Heizung ihren Job macht. Die Temperatur pendelt immer zwischen 0 und +3°C. So ist es auch gewünscht. Am Tag reicht das Licht und die Sonneneinstrahlung aus, um das Zelt frostfrei zu halten. Die Außentemperatur liegt auch am Tag unter 0 Grad. Im Zelt jedoch erreichte es an diesem Tag etwas über +7 Grad. Ohne Heizung natürlich.
Als weiteres Beispiel möchte ich noch einen Tag aus unserem größten Zelt beifügen. Vom 31. Januar. An diesem Tag war es kalt, aber die Sonne schien den ganzen Tag.

phoenix-29jan
Temp Palmenzelt Phoenix 31. Januar 2015

Die Außentemperatur lag fast durchgehend unter 0 Grad. Jedoch hat die Sonne es geschafft, das Zelt am Tag auf über 20 Grad aufzuheizen. Nachts lag die Temperatur im Zelt fast konstant knapp an die 0 Grad. Deswegen ist die Heizung da nicht aktiv gewesen.

Das soll es jetzt erstmal gewesen sein. Ich werde die Tage mal noch ein paar Bilder aus den Zelten zeigen. Da es heute aber regnet habe ich jetzt keine Lust raus zu gehen. Also reiche ich die Bilder später nach.

Palmenstatus März 2015

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