Jetzt möchte ich an dieser Stelle mal einige Worte über unser neues Hobby schreiben.
Als Freund der warmen Breitengrade gefällen einem natürlich auch die dort üblichen Pflanzenformen. Palmen, Bananen und diverses anderes tropisches Gesträuch. Das Ganze sieht schon um einiges besser aus als Nachbars Apfelbaum oder die eigene Esche. Naja, nicht’s gegen die Esche. Ist diese doch in den letzte 5 Jahren fast 8 Meter hoch gewachsen.

Durch einen Zufall bekam ich mit, das es in der Tat ein paar Verrückte gibt, die bestimmte Palmen durchaus auch hier in Deutschland auspflanzen. Es gibt auch darauf spezialisierte Händler. Hier sei nur mal mein bevorzugter genannt. Der Palmenmann.
Also habe ich mich mal ein wenig mit dem Thema der Freilandpalmen in Deutschland beschäftigt. Ich möchte Palmen im Garten.
Schnell wurde klar, das unser Standort in Penzberg alles andere als geeingnet für Palmen ist. Zum einen liegen wir in der stärksten Winterhärtezone tF. Das bedeutet, das auch eine als besonders winterhart gekennzeichnete Palme im Winter stark geschützt werden muß. Zum anderen benötigen Palmen in aller Regel eher einen sandigen, leicht durchlässigen Boden. Wir haben den lehmigsten Kleister den ich je gesehen habe.
Also wenn schon Palmen in Penzberg, dann nur mit einem aktiven Winterschutz und mit entsprechender Bodenaufbereitung um jede Art der Staunässe zu vermeiden. Das mag nämlich keine Palme.

Trotzdem konnten diese widrigen Umstände uns nicht von der Anschaffung der ersten Freilandpalme abhalten.
Eine Trachycarpus fortunei, oder auch Chinesische Hanfpalme, sollte es werden. Diese sind die robustesten Palmen, welche in unseren Breiten ausgepflanzt werden können. Frosthart bis -17°. Gut, das ist ein eher theoretischer Wert. Wer seine Palme liebt, der schützt sie. Ab ca. -10° verliert die Palme ihre Wedel und es kommt zu Frostschäden. Im Frühjahr hat man dann nur noch vertrocknete Wedel und einen Stumpf. Im Optimalfall tribt die Palme dann aber wieder neu aus. Wenn’s schlecht läuft ist sie tot.
Deswegen steht schon mal fest. Es kommt ein Haus um die Palme. Und dieses wird auch aktiv beheizt. Die Temperatur sollte niemals unter -5° fallen. Dann hat man im Frühjahr gleich eine schöne grüne Palme die nicht erst wieder bei Null anfangen muss. So der Plan.
Gut, also wurde die erste Trachy bestellt und umgehend in den Boden gebracht. Das Ganze ist eine recht schwierige Prozedur. Aufgrund der Bodenbeschaffenheit muss man das Erdloch doch sehr groß ausheben. Oben muss erst einmal der Rasen weg. Damit ist die fruchtbare Schicht an Mutterboden schon verbraucht. Darunter kommt eine Schicht von ungefähr 30 – 40cm Bauschutt. Früher stand auf dem Grundstück mal ein Bauernhof. Dieser wurde abgerissen und die Überreste wurden scheinbar einfach nur Breitgeschoben. Hier arbeitet man sich am besten mit Hammer und Meissel durch. Darunter kommt dann der schöne Lehmkleister. Der fällt nicht mal alleine vom Spaten ab. Schrecklich.
Also muss man entsprechend tief und breit ausheben. Zuerst kommt dann eine Trainageschicht in den Boden. Kies oder auch  Blähton sind hier gute Hilfsmittel. Danach wird mit Mutterboden, man kann diesen auch noch mit Sand auflockern, aufgefüllt. Dann die Palme rein und einpflanzen als ob’s ein Apfelbaum wäre.
Und schon stand die erste Palme in Meyer’s Garten. Ein kleiner Stamm mit einer Höhe von 50cm – mit Wedeln war die Trachy gerade mal 1,40m hoch. Aber trotzdem hat es gereicht um vom Palmenfieber angesteckt zu werden. Aus einer Palme sind innerhalb eines Monats 4 geworden. Darunter auch ein bereits 2,60m hohes Exemplar. Jetzt ergibt das Ganze schon eine kleine Palmenoase.
Zu den ausgepflanzten Exemplaren gesellten sich noch ein kleiner Zögling im Topf und eine Washingtonia robusta, auch Petticoat Palme genannt, im Topf. Von den 3 Dattelpalmen mal ganz abgesehen.

Alles in allem scheint es den Palmen ganz gut zu gehen. Unsere Erst-Trachy schiebt unermüdlich neue Speere. So nennt man die neuen Fächer in der Entstehung. Zwei Speere hatte sie als wir sie bekommen haben. Diese sind relativ schnell aufgegangen. In der Zwischenzeit sind bereits 3 weitere Speere in schönen Fächern dazu gekommen und es sind  4 weitere in Arbeit. Bei dem anderen Trachys siehts nicht viel anders aus. geholfen hat sicherlich auch das warme Wetter der letzten Wochen. Hier konnten sich die Wurzeln im doch recht warmen Boden sicher optimal an die neuen Bedingungen anpassen.

Ja, soviel erst einmal zu den Palmen in Penzberg. Ich werde weiter berichten. Man weis ja nie, was dieses Jahr noch dazu kommt. Und ich werde auch über die Winterschutzmaßnahmen berichten. Ein sehr spannendes Thema. Schließlich muss der Bau nun  schon 3 Meter hoch sein. Aber dazu später.
Hier noch ein paar Bilder der Palmenoase 🙂

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