Vor nunmehr ziemlich genau 7 Jahren habe ich meine ältere Nikon D40x durch eine Nikon D90 ersetzt.
Also habe ich nun 7 Jahre fotografieren mit der D90 hinter mir.
Im Einsatz habe ich für die D90 das 18-55mm Standart Nikon Objektiv, ein 70-300mm Nikon Objektiv und ein 10-24mm Weitwinkel von Tamron. Zufrieden bin ich mit allen Objektiven. Das 18-55 ist das immerdrauf Modell. Damit kann man nix falsch machen. Das 70-300 ist ein gutes Tele. Jedoch nicht sehr Lichtstark. Von daher relativ eingeschränkt im Einsatz. Und das 10-24er Tamron ist ein in meinen Augen perfektes Weitwinkel. Das hätte man sich auch als Festbrennweite kaufen können. von 10-18mm ist es großartig. Darüber wird es zusehends Lichtschwach und bisweilen auch etwas kritisch mit dem Autofokus. Aber man gewöhnt sich ja im Laufe der Zeit an seine „Kinderchen“ und kennt die Eigenheiten.

Nun wurde es Zeit mal den nächsten Schritt zu tun. Was kann nach der D90, mit der ich wirklich mehr als zufrieden bin, kommen?
Ich habe echt lange gebraucht um eine Wahl zu treffen. Ich habe auch in’s Canon Lager rüber geschaut, denn eigentlich ist mir die Marke da egal. Auf die Bilder kommt’s an. Bin dann aber irgendwie immer wieder zum gewohnten Gelb zurück gekommen.
Relativ schnell stand dann fest, das ich doch ins Vollformat Lager wechseln möchte. Der größere Bildsensor der FX Kameras hat eben doch fast nur Vorteile. Der einzig relevante Nachteil tritt beim Kauf der Kamera an der Kasse auf.

Lange Rede, kurzer Sinn. Ich habe mich für eine Nikon D750 entschieden.

Ja, das ist jede Menge Holz für einen Fotoapparat. Am Ende kommen da nur Nullen und Einsen in optischer Form raus. Eigentlich Wahnsinn. Noch dazu wenn es ein reines Hobby ist. Aber am Ende ist es ja immer so, das man für die Hobbys mehr Geld ausgibt als einem eigentlich lieb ist.
Wieviel haben wir schon für Autos ausgegeben? Eigentlich würde ja ein Dacia Lodgy völlig reichen. Aber hey – wer will schon mit dem Statussymbol von Memeth Scholl rumfahren? Oder meine Palmen? Fragt bitte nicht was die Palmen, der Winterschutz und all das Zeug für Geld kostet. Ein Birnbaum und 10 Tulpen könnte auch den Garten zieren. Und wenn ich in das Schuhregal meiner geliebten Frau schaue… na gut, das ist wieder ein anderes Thema.

Also wollen wir einmal mit der Nikon D750 weiter machen.
Eigentlich wollte ich nur den Body bestellen und mir ein paar extra Objektive dazu ordern. Jedoch war nur der Body beim Dealer meiner Wahl nicht verfügbar. Also habe ich das Kit mit dem 24-85mm Nikkor Objektiv genommen. Verpackt ist alles wie man es von Nikon kennt. In’s Auge sticht sofort dieses dicke Handbuch. Im ersten Moment dachte ich schon das dies halt wieder in 50 unleserlichen Sprachen wäre. Aber nein, der Schmöker ist ausschließlich in deutscher Sprache beigelegt.
Gut, schnell ist alles sortiert. Das Objektiv ist in wenigen Handgriffen montiert. Der Akku passt. Und schon kann man das Gerät einschalten.
Der erste Eindruck des Gehäuses ist sehr gut. Sehr wertig verarbeitet. Zum Teil mit einer Art Soft-Touch. Der Griff ist gut geformt und etwas größer als bei der D90. Damit liegt die D750 etwas besser in meinen doch recht großen Händen.
Ein Blick durch den Sucher offenbart ein gestochen scharfes und erstmal gefühlt riesengroßes Blickfeld. Das Display an der Rückseite ist gestochen scharf. Ja, es hat auch ein paar mehr Bildpunkte als die D90. Ob es nun ein besonderes Merkmal ist das man das Display umherschwenken kann? Ich weis es nicht. Aber es geht.
Die D750 ist etwas schwerer als die D90. Jedoch ist das eher marginal im 50-100 Gramm Bereich angesiedelt. Die Werte die Nikon angibt kann man nicht wirklich vergleichen, da die D750 mit Akku angegeben wird und die D90 ohne Akku. Sei es drum. Vom Gewicht ist es meiner Meinung nach kein nennenswerter Unterschied. Die Bedienung der Kamera ist geringfügig anders. Jedoch ist das Grundprinzip dasselbe. Von daher ist man in der Lage innerhalb kurzer Zeit zumindest mal zu fotografieren. Man schaft es auch den Blitz abzuschalten. Wenn man dann aber, der Einfachheit halber, erst einmal im Automatikmodus sagt man möchte ein Programm wählen – zum Beispiel für eine Portrait Aufnahme – dann kommt man um einen Blick in die Bedienungsanleitung nicht umher. Man kann dies bei der D750 nicht wie bei der D90 schnell mit nur einem Griff am linken Stellrad einstellen. Nein, dort stellt man ein das man ein solches Programm nutzen will. Das eigentliche Programm muss dann mit dem hinteren Stellrad auf der rechten Seite gewählt werden. Man muss es eben einfach nur wissen. Es ist also für den Umsteiger schon einiges anders. Aber man steht nicht vor unlösbaren Aufgaben.

Technische Unterschiede. Was ist denn nun an der D750 besser, oder anders, als an der D90?

Das ist einiges. Ich will hier nicht zu sehr ins Detail gehen. Nur grob angerissen. Zum einen ist die D90 ja eine DX Kamera. Also kein Vollformat. Das heißt auch, das der Bildsensor kleiner ist. Und zwar 23,6 x 15,8mm. Im Vergleich dazu die D750. Diese ist eine FX Kamera. Also Vollformat. Deren Bildsensor ist 35,9 x 24,0mm groß. Das heißt, das die D750 einen 2,3fach größeren Bildsensor hat. Mit diesem kann entsprechend mehr Licht „eingefangen“ werden. Die Aufnahme wird detailierter.
Ein weiterer Unterschied ist die Auflösung. Die D90 hat 12,9 Megapixel Auflösung. Die hat D750 24,9 Megapixel. Hier hat man im Endeffekt auch mehr Luft nach oben für eine spätere Bearbeitung. Um Bildausschnitte zu separieren usw.. Eine D90 hat im Endbild eine Auflösung von 4.288 x 2.848 Pixel was nur noch knapp über der aktuellen 4k Auflösung liegt. Man kann also kaum mehr einen Bildausschnitt ohne Qualitätsverlust bearbeiten. Die D750 bringt es auch 6.016 x 4.016 Pixel. Hier hat man schon wieder etwas mehr Luft.
Ein weiterer großer Unterschied ist die Belichtungsmessung. Hier arbeiten beide Kameras mit einem RGB Sensor. Jedoch hat dieser in der D750 91.000Pixel wärend es in der D90 „nur“ 420 sind. Auch kann man mit der D750 umfangreichere Belichtungsreihen erstellen. Die D90 war ja auf maximal 3 Bilder pro Reihe begrenzt. Die D750 kann 9 Bilder in einer Reihe verpacken. Dies ist ja besonders auch für Freunde von HDR Fotos von Interesse.
Bei der ISO Empfindlichkeit gibt es gravierende Unterschiede. Die D90 konnte hier im Bereich von 200-3200 arbeiten. Die D750 bietet hier 100-12.800 an. Diese Unterscheide konnte ich schon gestern bei den ersten Testbildern erleben.
Noch ein Unterschied betrifft den Autofokus. Dieser arbeitet bei der D750 mit 51 Messfeldern und 15 Kreuzsensoren. Die D90 kam hier mit 11 Messfelder und einem Kreuzsensor aus. Ein Unterschied den ich gestern Abend auch schon sofort erknippsen konnte.

Gut, das soll erstmal genug technischer Schnickschnack gewesen sein. Die Theorie ist das eine. Viel interessanter sind aber die Ergebnisse in der Praxis.
Hier entscheidet dann auch das verwendete Objektiv maßgeblich über die Qualität des Bildes.
Wie bereits geschrieben habe ich die D750 als Kit mit einem AF-S Nikkor 24-85mm 1:3.5-4.5G gekauft. Dies ist sicher ein gutes bis sehr gutes „immerdrauf“ Objektiv. Damit macht man grundsätzlich nie etwas falsch.
Erster Eindruck nach einigen Fotos. Sehr gut. Lichtstark, schneller Autofokus. Nichts auszusetzen.
Als zweites Objektiv habe ich mir bereits ein Tele zugelegt. Und ja, ich habe diesmal in’s Regal von Tamron gegriffen. Ich weiß, nicht jeder ist davon begeistert. Aber die Objektive sind ein ganzes Ende günstiger als die Nikon Objektive. Und mit meine 10-24mm an der D90 war ich ja auch zufrieden. Warum sollte das jetzt anders sein?
Also ist noch ein SP AF 70-200mm F/2.8 Di LD [IF] MACRO in den Warenkorb gewandert. Hier besonders wichtig, das es durchgängig Lichtstark ist.

Aber jetzt. Jetzt gibt es Bilder.
Natürlich noch ohne Vergleichbarkeit zur D90. Das werde ich in den nächsten Tagen machen. Jetzt geht es erst einmal nur um die reinen Ergebnisse des frei drauf los knippsens.
Ich werde diese Bilder hier in Originalgröße, 1:1 von der SD Karte kopiert und unbearbeitet, anbieten. Also nicht wundern. Das sind schon mal 10-20MB pro Bild.

Beginnen möchte ich mit einem Bild von gestern Abend. Mit 24-85mm Objektiv. Auflösung 6.016 x 4.016 Pixel, 15,4MB. Brennweite 52mm. Ohne Blitz.

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Weiter gehts mit dem nächsten. Auch mit 24-85mm Objektiv. Auflösung 6.016 x 4.016 Pixel, 14,5MB. Brennweite 36mm. Mit integriertem Blitz.

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Und noch eins mit 24-85mm Objektiv. Auflösung 6.016 x 4.016 Pixel, 12,5MB. Brennweite 24mm. Ohne Blitz. Einfach so Freihand zum Fenster raus. Ein undenkbares Bild mit der D90!

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Jetzt mal ein Bild mit montiertem 70-200mm Tamron Objektiv. Auflösung 6.016 x 4.016 Pixel, 14,7MB. Brennweite 200mm. Ohne Blitz. Das finde ich gar nicht so schlecht.

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Heute habe ich die Kamera gleich mal mitgenommen. Und in der Tiefgarage mit montiertem 70-200mm Tamron Objektiv kommen durchaus sehr gute Ergebnisse zu Stande. Alles Freihand bei dem Scheißlicht da unten. Auflösung 6.016 x 4.016 Pixel, 13,7MB. Brennweite 200mm. Ohne Blitz.

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Auch mit dem 24-85mm bekommt man gute Ergebnisse in der Tiefgarage. Auflösung 6.016 x 4.016 Pixel, 14,7MB. Brennweite 55mm. Ohne Blitz.

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Ein wenig rumspielen mit diversen Einstellung ist doch auch am ersten Tag erlaubt? Oder? Alles original Kamera. Nix nachbearbeitet.

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Das soll es dann fürs erste schon mal sein. Wenn ich ehrlich bin, würde ich gern sofort auf Fotosafari gehen. Die ersten Bilder haben mich voll und ganz überzeugt. Ich bin durchaus zufrieden und glücklich mit meinem Kauf. Ich hoffe natürlich, das es so bleibt.
Ich werde, wenn es sich zeitlich ausgeht, am Wochenende mal einen Fotovergleich zwischen D90 und D750 machen. Und natürlich werde ich weiter über meine Erkenntnisse und Erfahrungen berichten.

Weitere Infos und erste Testberichte gibt es unter folgendem Link in unserem Forum : Nikon D750 Forumsbeitrag

 

Nikon D750 – Mein neues Spielzeug

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