Da gestern Abend zum ersten Mal seit längerem wieder mal die Sterne am Himmel funkelten, habe ich mir um 21 Uhr die Kamera und ein paar Objektive geschnappt um  ein wenig der Astro Fotografie nachzugehen.
Leider hatte ich nur ca. 20 Minuten Zeit. Danach  war wieder alles ziemlich Wolkenverhangen. Aber auch da kann man interessante Bilder machen.

Astrofoto
D750 + Nikkor 50mm

Die letzten Minuten des wolkenfreien Himmels habe ich gestern Abend genutzt, um das 600mm Tamron Objektiv aufgeschnallt um mal etwas genauer die Region um den Jupiter zu betrachten.

D750 + Tamron 600mm
D750 + Tamron 600mm

Der Jupiter ist ja der größte Planet in unserem Sonnensystem. Der Durchmesser am Äquator beträgt 143.000 Kilometer (Erde 12.740 Kilometer).
Durch die Größe ist der Jupiter eigentlich immer gut am Nachthimmel zu sehen. Er erscheint als sehr heller Stern. Aber  anders als bei anderen Sternen, die selbst bei größtem Zoom noch immer als Punkt erscheinen, kann man den Jupiter mit etwas Zoom ganz deutlich als Scheibe erkennen. Dazu reicht auch schon ein 200mm Objektiv.
Mit dem 600mm Objektiv kann man es natürlich noch schöner sehen. Jedoch ergibt sich ein anderes Problem. Aufgrund der großen Brennweite kann man nur sehr kurze Zeiten belichten.
Hier nochmal zur Erinnerung die Faustformel für das FX Format : 500/Brennweite = maximale Belichtungszeit. Ausführlicher beschrieben habe ich das in meinem Blog Beitrag zur Astrofotografie.
Also ergibt sich mit den 600mm das Problem, das man nicht mal eine Sekunde lang belichten kann ohne das es schon zu leichter Bewegungsunschärfe kommen kann. Das Tamron SP 150-600mm Objektiv hat bei einer Brennweite von 600mm eine Blende von f/6.3 . Ob das wohl reicht um überhaupt etwas zu sehen?

Ja, es reicht. Erste Herausforderung ist natürlich das Suchen des Objektes und das anschließende treffen des richtigen Fokus Punktes. Wie immer ist es nicht 100%ig scharf wenn man den Fokus auf unendlich dreht. Scharf ist es irgendwo ein paar Millimeter davor.
Hat man das dann getroffen und alles ausgerichtet geht’s ans Fotografieren. Hier muss man dann eben mit den unterschiedlichsten Einstellungen experimentieren. Zuerst mal stellt man fest, das man relativ häufig die Kamera nachjustieren muss. Die Punkte am Himmel sind ganz schön schnell. Und dann ist es auch von Vorteil, wenn nicht nach 5 Minuten die Wolken vor das Zielobjekt ziehen. Leider hatte ich nicht mehr Zeit. Das hat dann für 6 oder 7 Bilder gereicht. Leider bin ich somit nicht wirklich zum finden des perfekten Jupiter Bildes gekommen.
Aber trotzdem war auch bei den wenigen Bildern was dabei, was man zeigen kann. Wie oben erwähnt kann man den Jupiter sehr schön als Scheibe oder Kreis sehen. Und noch viel besser. Ich hatte gestern das Glück, die 4 großen Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto zu sehen.

Jupiter
Nikon D750 + Tamron SP 150-600mm
Jupiter - beschriftet
Nikon D750 + Tamron SP 150-600mm

Im zweiten Bild habe ich einfach mal die Monde beschriftet. Ob das so richtig ist kann ich natürlich nicht sagen. Ich habe das mal anhand des Abstandes zum Jupiter angenommen. Wobei der Io eben in der Annahme gerade hinter dem Jupiter hervor kommt. Leider konnte ich keine Namensschilder sehen…

Dieses Bild ist mit folgenden Einstellungen entstanden. Brennweite 600mm, f/6.3, ISO 1600, 1 Sekunde. Wenn man in das Bild rein zoomt sieht man, das die Monde schon nicht mehr scharf sind. die Belichtungszeit von einer Sekunde ist schon etwas zu lang. Aber wie gesagt, mir fehlte die Zeit um weiter zu probieren. Auch bei der ISO gibt es ja noch so einige Luft nach oben. Ziel wäre es natürlich, auch noch den ein oder anderen Stern drumrum mit einzufangen. Damit das Bild nicht gar so nackig ist.
Auch könnte es interessant sein, das Objektiv mal vor die D90 zu schnallen. Durch den DX Sensor hat man dann knapp 900mm Brennweite. Dafür aber eine noch kürzere Belichtungszeit. Sei es drum. Es kann noch viel experimentiert werden

Das soll es erst einmal gewesen sein. Mehr kann ich leider nicht zeigen. Aber ich werde das alles bei passendem Wetter wiederholen und dann wieder berichten.

 

Jupiter fotografieren

Kommentar verfassen