Machen wir mal weiter mit einem derzeit recht präsentem Thema. Der Vulkan. Nachdem der isländischen Vulkan Eyjafjallajoküll ja nun mit seiner Aschewolke den Luftverkehr in fast gesamt Nordeuropa lahmgelegt hat frage ich mich immer wieder warum dieser Ausbruch nicht 2 Tage eher hätte geschehen können. Wir sind am Dienstag quasi direkt drüber geflogen, Richtung London. Wäre er Montag ausgebrochen könnten wir jetzt noch in L.A. in der Sonne liegen. Die benötigten Flüge sind seit Gestern und zum Teil seit Vorgestern alle gestrichen. Das wäre doch eine nette Urlaubsverlängerung gewesen. Auf dem Screenshot von Flightradar24 im Bild1 von heute Morgen ist schön zu sehen das auch im Luftraum über Süddeutschland eine erstaunliche Leere herscht. Ich denke es ist nur noch eine Frage der Zeit dann stehen auch hier in München alle Räder am Flughafen still. Hier wird wohl schon fleißig „aufgräumt“. Erstaunlich ist jedoch der Flug mit der Kennung GAFMED2 von Bonn aus – der rote Flieger auf der Karte. Die scheinen trotz gesperrtem Luftraum doch nach Afganistan unterwegs zu sein, wohl wegen dieser Geschichte.
Gut, jetzt bin ich doch schon wieder Abgeglitten. Es ging ums Thema Vulkan. Auch auf den Hawaii Inseln gibt es viele Vulkane. Und wenn man schon mal dort ist, will man natürlich auch einen sehen. Auf Maui eignet sich dazu am besten ein Besuch auf dem Haleakala Krater. Haleakala heist übersetzt „Haus der Sonne“. Der Krater des Haleakala hat einen Umfang von 34 Kilometern und ist somit der größte der Welt. Der Krater hat eine Tiefe von bis zu 1000 Metern. Der Haleakala hat an seiner höchsten Stelle, dem Red Hill, eine Höhe von 3055 Metern. Typisch amerikanisch ist auch die Anreise zum Haleakala. Über den Highway 378 (Crater Road) kann man bequem mit dem Auto bis auf ca. 3040m Höhe fahren. Dabei muss man als Eintritt in den Nationalpark 10$ Zahlen. Das hiermit erworbene Ticket ist 3 Tage gültig. Mit der Auffahrt zum Haleakala kann man auch für sich persönlich einen kleinen Weltrekord verbuchen. Nirgendwo sonst auf der Welt ist es Möglich auf einer Strecke von nur ca. 50 Kilometer quasi von Meereshöhe auf über 3000 Meter mit dem Auto zu gelangen. Entsprechend steil geht es zum Krater rauf. Da hat ein Auto ganz schön zu schnaufen. Auch macht sich die immer dünner und sauerstoffärmer werdenden Luft bemerkbar. Ganz so drehfreudig zeigte sich der V6 ab 2500m nicht mehr. Nebenbei, ganz zum Graus eines jeden Grünen, verbläst man bei der Auffahrt zum Haleakala fast 35% der Tankfüllung mit dem Explorer. Unser Ziel war es den Sonnenaufgang auf dem Krater zu erleben. Da dieser ca. gegen 6:30 Uhr anstand, wir mit einer Fahrzeit von ca. 3 Stunden rechnen mußten (von Hana ist es ja ein ganzes Stück) war die Abfahrt vür 3 Uhr Nachts geplant. Ich weis, im Urlaub sollte man ausschlafen. Aber sowas kann man sich auch nicht entgehen lassen. Es passierte aber, was passieren musste. Irgendwie war der Wecker zu leise oder ging garnicht. So sind wir erst um 3:30Uhr los gekommen. Dementsprechend war die Fahrt recht zügig – aber Nachts geht das schon mal. Bei der Anreise zum Haleakala muss man auch beachten das es auf 3000m Höhe nicht mehr sonderlich Warm ist. Die tiefste gemessene Temperatur da oben lag bei -11 Grad. Am Tag unserer „befahrung“ lag die Temperatur bei wohligen 2-3 Grad. Als wir dann den irgendwann den Bereich von 2500m erreichten tauchten wir in grässliche Wolken ein und fuhren im Nebel, bei leichtem Regen, weiter. Man muss hier natürlich unbedingt daran denken das dieses Wasser welches auf der Straße ist bei den Temperaturen durchaus mal frieren kann. Mitunter ist die Straße spiegelglatt. Wir hatten aber das Glück das es nicht so war. Es war einfach zu warm. Oben am Krater angekommen sah man schon das Desaster. An diesem Tage wird es wohl keinen Sonnenaufgang auf dem Haleakala zu sehen geben. Dichte Wolken, 50 Meter Sicht, grausamer Wind und Kälte. Anders konnte man unsere erste Haleakala erklimmung nicht beschreiben. An einem Aussichtspunkt zum Krater drängten sich schon einige Leute. Aber ach die sahen so viel wie wir. Ganz einfach nichts. In der Zwischenzeit war die Sonne aufgegangen. Gesehen hat man es nur daran das es hell wurde. Ab und zu waberten mal ein paar lockere Wolkenfetzen durch die Gegend sodass man zumindest mal sag, das man auf einem Berg war. Aber mehr war nicht. Wir haben uns dann ins Auto gesetzt und Brotzeit gemacht. Aber auch in diesen 30 Minuten hat sich die Lage nicht geändert. Es blieb so beschissen. Nachdem der Parkplatz auch schon leer war und wir fast die einzigsten waren die noch oben geblieben sind haben wir uns dann auch wieder auf den Weg ins Tal gemacht. So sollte dieser Besuch auf dem Vulkan eher deprimierend enden …….

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Nachdem wir also wieder den Weg nach unten antraten sah es nach keiner Wetterbesserung aus. Im Gegenteil. Die Wolkenuntergrenze war noch weiter abgesunken. Die Fahrt durch das Grau nahm und nahm kein Ende. Dani und Max hatten sich schon ins Reich der Träume verabschiedet und schliefen neben mir. Irgendwann war die Wolkenuntergrenze dann erreicht und man konnte wieder was sehen. Ein atemberaubender Ausblick tat sich auf. Ein Blick über den Westen Maui’s. Hmm, ein paar Kurven bin ich noch gefahren und dann habe ich die Fahrt erstmal gestoppt. Ich wollte wenigstens davon ein paar Bilder machen. Durch das anhalten erwachten auch die zwei Murmeltiere im Auto. Als wir dann so da draußen standen stellten wir fest das es ja wohl kaum sein kann das man um 3 aufsteht, zum Haleakala Krater fährt – wohl ein einmaliges Erlebnis – und dann gibt man so schnell auf. Zumal es auch Bergauf so aussah als lichteten sich etwas die Wolken. Also wurde die Umkehr und der erneute Aufmarsch zum Gipfel verordnet. Die Tanknadel zeigte noch 1/4 an. Kurz überlegte ich ob es nicht sinnvoller wäre erst runter nach Kula zu fahren, zu tanken, und dann wieder hoch zu sausen. Aber dann habe ich mich für eine sofortige Umkehr und gemütliche, langsame Auffahrt entschieden. Es wird schon reichen – und es hat gereicht.
Hier ein paar Bilder vom dem Ausblick, der uns zum Umkehren überredet hat.

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Auf dem Weg nach Oben kamen wir dann wieder in die altbekannte Suppe. Schnell zweifelte man wieder an der Entscheidung umgekehrt zu sein. Jedoch änderte sich das Bild ein wenig als wir dann oben ankamen. Schnell konnte man sehen das die Wolken etwas aufgelockerter waren. Man befand sich ziemlich genau an der Wolkenoberkante. Wärend der Parkplatz am National Visitor Center (ca. 2950m) noch im Nebel lag, sah es am Parklatz zum Red Hill (3055m) schon wesentlich freundlicher aus. Vereinzelte Wolkenfetzen zogen durch und gaben den Blick auf den strahlend Blauen Himmel frei. Die Science City mit Ihren weißen Kuppeln und sonstigen sonderbare Geräten war jetzt bereits sichtbar. Der Blick Richtung Westen war bis ins Tal möglich. Im Osten hingen noch Wolken, deren Front aber auch schon zu bröckeln begann. Es hatte sich also doch noch gelohnt noch einmal hoch zu kommen auf den Haleakala. Es war irgdnwie ein fantastischer Anblick und ein tolles Gefühl. Kaum schien einem die Sonne ins Gesicht war all der Frust von vor einer Stunde vergessen. Es war nicht mehr so kalt und man konnte diese Aussichten und den Anblick des roten Vulkangesteins genießen. Einfach toll.

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Am Parkplatz zum Red Hill gelang uns dann auch zum ersten mal die Ansicht des Silberschwerts. Diese Pflanze gibt es nur hier, am Haleakala. Sonst nirgends auf der Welt. Sie ist vom aussterben bedroht. Sie ist nur in Höhen ab 2100m bis zum Gipfel anzutreffen. (Bild 1 und 2)
Danach machten wir uns auf den Weg zum White Hill. Dieser kleine Hügel Oberhalb des Visitor Centers ist ca. 3000m hoch. Von hier hat man einen perfekten Blick direkt in den Krater. Wärend nach Westen hin die Science City jederzeit gut sichtbar überhalb der Wolken lag (Bild 3), war Richtung Osten der Krater noch immer recht Wolkenverhangen (Bild 4 und 5). Jedoch konnte man sehen wie die Wolken zogen und es eigentlich nur noch eine Frage weniger Minuten sein konnte bis endlich mal der Blick in den Krater möglich sein müsste.

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Kurze Zeit später war es dann so weit. Die Wolken verzogen sich ein wenig und gaben den Blick in den riesigen Krater frei. Wir hatten zwar niemals ungehinderten und ungestörten Einblick. Immer wieder zogen Wolken hindurch. Aber trotzdem war es ein unvergesslicher Anblick. Was wohl passiert wenn aus diesem Vulkan Asche in die Luft geschleudert wird? Immerhin gilt der Haleakala nicht als erloschen. Er wird als aktiver, ruhender Vulkan geführt. Der letzte Ausbruch fand vor ca. 200 Jahren statt.

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Nachdem das Wetter nun scheinbar auf unserer Seite war dachten wir wir könnten doch noch die geplante Wanderung auf dem Sliding Sands Trail machen. Jedoch stellte sich schnell heraus, das das Wetter doch recht unbeständig an dem Tag war. Immer wieder schwappten größere Wolkenformationen in den Krater. Sofort wurde es merklich kühler, windig und ungemütlich. Wir beschlossen dann ein Stück auf dem Trail zu gehen, dann aber auch recht schnell wieder umzukehren. Es war eben doch scheinbar genau der falsche Tag für dieses Unterfangen. Trotzdem war es beeindruckend das alles zu sehen. Dieses rötliche Vulkangestein im Kontrast zum teilweise strahlend, tiefblauen Himmel. Dazwischen die Wolken. Einfach schön sowas. Auf den Bildern kann man das irgendwie nicht wirklich rüberbringen. Es ist einfach gigantisch und man weis nicht, wo man zuerst hinschauen soll.

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