Machen wir weiter mit der Insel Maui.
Maui ist die zweitgrößte der 8 Hawaii Inseln. Sie wid auch als „Die Talinsel“ bezeichnet. Im Westen der Insel erheben sich die West Maui Mountains, im Osten das Massiv des Haleakala. Das Gebiet dazwischen wirkt wie ein großes Tal. Daher der Name. Nach einem 40 Minütigem Flug von Lihue nach Kahului haben wir das erste mal einen Fuß auf diese Insel gesetzt. Wer es von Hause aus nicht mag wenn es beim Fliegen wackelt und ab und zu kribbelt im Bauch, der wird fliegen auf Hawaii hassen. Es weht fast immer ein raues Lüftchen und dementsprechend holprig gehen vor allem die Landeanflüge der meist verwendeten Boeing 717 von Hawaiian Airlines von statten. Wer jedoch das geschaukel mag wird seine Freude dabei haben. Nach der Ankuft holten wir noch unseren Mietwagen ab. Auch hier war es ein Ford Explorer. Diesmal jedoch in Weiß.
Danach machten wir uns dann auch gleich auf den Weg nach Hana. Hier sollte unsere Unterkunft für die nächsten Tage sein. Doch bevor es so weit war musste erst noch die berühmte „Road to Hana“, der Highway 360 bezwungen werden. Dieser ca. 80km lange, sich an der Nordküste Mauis entlang schlängelnde, Highway gilt als eine der gefährlichsten Straßen der Welt. Über 600 Kurven, die meisten davon im Haarnadelformat ohne wirkliche Sicht vorraus, 54 einspurige Brücken und unzählige einspurige Straßenabschnitte an Abgründen, Felsen und Wasserfällen vorbei kommen hier in geballter Form auf den Fahrer zu. Das Ganze in einer, laut diversen Angaben, bis zu 3 stündigen Fahrt. Gut, wenn man sich nicht ganz so dumm anstellt, es der Verkehr zulässt und man nicht an jedem Wasserfall anhält, dann schaft man es am Tag auch in ca. 2 Stunden. Nachts, ohne ständigen Gegenverkehr und unter Umgehung der 15mph Geschwindigkeitsbegrenzung schaft man es auch in 1,5 Stunden. Schneller ist es denke ich mit einem Ford Explorer kaum möglich – zumindest nicht bei trotzdem noch recht sicherer Fahrweise, ohne wilde Trifts und Strudel im Tank. Hat man den Weg geschaft kommt man kaum merklich in Hana an. Zwar ist dieser Ort auf allen Karten groß, dick und fett gedruckt. Jedoch hat Hana nicht mehr als 700 Einwohner und ist ein kleines Dorf. Aber es ist ein Dorf am Ende der Welt. Klar, der Highway 360 ist schon auf Dauer eine Zumutung. Im Süden gibts noch eine Route über den Highway 31 nach Hana. Dieser ist jedoch teilweise nicht mal befestigt – ist also zum Teil eine Schotterpiste bzw. ein Flickenteppich aus Asphalt. Der Highway 31 wird offiziell für Touristen als nicht befahrbar bezeichnet. Aber es geht natürlich schon – mit einem geländegängigen Fahrzeug versteht sich. Diese örtlichen Begebenheiten sorgen dafür das Hana nicht von Touristen überfüllt ist und das man hier wohl noch das ursprüngliche und beschauliche Maui erleben kann. Dazu aber später. Als Unterkunft hatten wir uns eine Appartmentanlage mit dem Namen Hana Kai Maui gesucht. Direkt am Strand der Hana Bay, keine 100m vom Wasser weg. Einer perfekte Unterkunft zum Entspannen und Relaxen. Immer hat man den Pazifik im Blick und hört das Rauschen des Meeres. Traumhaft. Dazu eine Ruhe und Idylle. Es gibt keinen Fernseher in der Wohnung, kein Radio. Nichts. Sowas will man da aber auch nicht haben. Der perfekte Ort für einen Urlaub. Von hier aus haben wir dann unsere Erkundungstouren in den nächsten Tagen gestartet. Dazu gibts dann später wieder mehr. Jetzt erstmal einige Impressionen aus der Wohnung, dem Strand usw..

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Fährt man von Hana noch einige Kilometer Richtung Süden auf den Highway 330 gelangt man an die Seven Pools bzw. den Oheo Gulch. Hier fließt das Wasser, von den Waimoku Falls kommend in Etagen hinunter zum Pazifik. Dabei bildet es 7 Becken die man als Pool hernehmen kann. Tatsächlich ist dieser Ort bisweilen gut  besucht und es gehen Leute in den „Pools“ baden. Man sollte jedoch immer das Wetter im Auge behalten. Nicht nur das an den Pools. Vor allem sollte man die Wettersituation weiter Oben in den Gebirgszügen vor dem Haleakala im Auge haben. Denn wenn es dort mächtig regnet kommt das Wasser in größeren Mengen zum Meer herunter und dann kann das gemütliche Bad in den Pools ganz schnell zu Ende sein.
Noch ein Wort zum Highway 330. Dieser beginnt in Hana und stellt die Verbindung zwischen dem Highway 360 (Road to Hana) im Norden und dem Highway 31 im Süden dar. In Hana steht bereits ein Schild „End of State Highway“ und in den Karten der Autovermieter ist der Highway 330 teilweise garnicht eingezeichnet. Man soll da nicht fahren. Mitunter ist zu lesen das man damit die Vermietbedingungen verletzt. Sei es wie es sei. Wir sind natürlich trotzdem da gefahren. Es ist quasi das selbe wie die Road to Hana. Nur noch etwas urwüchsiger. Die Straße ist eigentlich durchgehend nur einspurig und in mehr oder weniger schlechtem Zustand. Bei Gegenverkehr muss eigentlich immer einer die Straße verlassen. Wenn dies an der Stelle nicht geht muss man eben rückwärts zurück bis es geht. Einige Meilen hinter den Seven Pools ist dann auch irgendwann endgültig Schluß mit den Asphalt. Dann beginnt der unbefestigte Teil. Jedoch haben wir festgestellt das man unter Tags schneller über die Südroute von Kihei oder Kahului nach Hana kommt als über die Nordroute. Das liegt einfach am nicht vorhandenen Verkehr. Mit dem Explorer kann man auch über die Schotterpisten ganz zügig wegbügeln und es gibt so gut wie keinen Verkehr. Man kann einfach durchfahren. Die Nordroute, mit ihrer berühmten Road to Hana, ist eben etwas überlaufen. An jeder einspurigen Straßenführung, an jeder Brücke darf man erstmal warten da mit Sicherheit immer genau dann jemand von der anderen Seite kommt. In gut einer Stunde haben wir es von Kula nach Hana über die Südroute geschaft. Jedoch muss ich eingestehen das ich es eilig hatte und an den Strand wollte. Also bin ich schon den ersten Teil der Highway 31, da wo er noch befestigt ist, mit reichlich Dampf gefahren. 60-70mph. Es geht fast immer gerade aus. Aber es ist hüglig. Schlagartig verschwindet die Straße vor einem, man fällt quasi in ein Loch (es gribbelt so schön im Bauch) und kurz danach gehts wieder steil bergauf. Diese Straße ist schon deshalb sehens und fahrenswert. Jemanden dem jedoch von solchen vertikalen Fahrbewegungen schlecht wird sei von dieser Straße abgeraten. Spätestens nach 2 Meilen müsste dann wohl der Spuckbeutel her.
Hier jetzt ein paar Bilder von den Seven Pools und der Umgebung. Das Gebiet gehört bereits zum Haleakala Nationalpark.

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Natürlich war unser Ansinnen nicht das baden in den Pools. Dies war nur der Ausgangspunkt zu unserer Wanderung. Wir wollten natürlich entlang des Pipiwai Trails zum Waimoku Wasserfall. Also ging es auf durch Wälder mit unwirklichen Pflanzen und Bäumen. Ab und zu kann man einen Blick in Schluchten und zum Bach erhaschen. Nach einiger Zeit gelangt man in einen Bambuswald. Ich jedenfalls hatte sowas noch nie gesehen. Meterhohe Bambusstangen dicht gedrängt. Eine unglaublich hohe Feuchtigkeit in dem ganzen „Gestänge“. Das brachte natürlich ein paar Interessante Fotos zu Tage. Es ist komisch in diesem Wald. Man denkt man kann recht weit in den Wald schauen. Aber dem ist nicht so. Sobald eine Person hinter der 3ten oder 4ten Reihe verschwunden ist tut man sich verdammt hart diese Person noch zu sehen. Durch diese Stängel hat das Auge scheinbar irgendwie Probleme was zu erkennen. Auch kommt man nicht wirklich einfach durch diese Landschaft. Es gibt keine Äste die man zur Seite biegen kann. Und ganz so leicht biegt man so einen Bambus dann auch nicht zur Seite um hindurch zu schlüpfen. Ein irgendwie faszinierender Wald, so ein Bambuswald.

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Kurze Zeit nach verlassen des Bambuswaldes war dann der Waimoku Wasserfall erreicht. Jedoch war er am Tage unseres Besuchs eher ein Wasserfällchen. Man konnte jedoch an den Steinen erkennen welche Ausmaße dieser Wasserfall annehmen kann wenn es mal wieder richig regnet. Es war aber auch so ein schöner sehenswerter Anblick. Da hat man die Hälse im Team verrenkt.

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Wärend man im Norden der von Maui zum Teil regenwaldähnliche Wälder antrifft sieht es im Süden etwas anders aus. Fährt man auf dem Highway 330 und anschließend auf dem Highway 31 von Hana nach Kula startet man zunächst noch im grünen Hana. Ab Kaupo nimmt die Vegetation jedoch ständig ab, bis man sich nur noch in Lava und Steinwünsten mit vereinzelten Wiesen wiederfindet. Grund hierfür sind die großen Niederschlagsunterschiede zwischen der Nord und der Südseite. Die Regenwolken ziehen meist von Nord-Ost auf und bleiben dann quasi am Heleakala Massiv hängen. Der Süden liegt somit im Regenschatten. Wärend es in Norden Orte mit bis zu 10000mm Jahresniederschlag gibt bringt es der Süden gerade mal auf bescheidene 200mm im Jahr. Klar das dadurch im Süden und Südwesten meistens die Sonne scheint und fast immer schönes Wetter is. Natürlich haben sich hier mit Kihei, Wailea und Makena die Touristenhochburgen von Maui angesiedelt. Sozusagen mit Sonnenscheingarantie.
Hier mal einige Bilder entlang des Highway 31, mit Blick auf den Fuß des Haleakala Massivs

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