Ein weiterer Pflichstop für jeden Kauai Reisenden sollte im Waimea Canyon State Park eingelegt werden. Hier hat die Natur einen Gran Canyon in Klein erschaffen. Wenn man den Highway 550 ab Waimea nimmt hat man bereits kurz hinter Waimea die ersten großartigen Aussichtspunkte zum Canyon. Wenn man in den Morgenstunden unterwegs ist hat man die Landschaft fast für sich alleine. Der gemeine Amerikaner beginnt für gewöhnlich erst am späten Vormittag mit den Ausflügen. Es gibt entlang des Highway 550 unzählige Lockouts. Das sind Aussichtspunkte mit Parkplatz, Sanitären Anlagen usw.. Jedoch ergeben sich zwischendrin ebenfalls fantastische Ausblicke. Man muss einfach nur mal rechts ran fahren und über das Gestrüpp oder den ersten Hügel schauen. Bisweilen hat die Natur unecht wirkende Gebilde erschaffen.
Hier jetzt ein paar Bilder vom Waimea Canyon

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Eine weitere Wanderung führte uns zu einem Ausblick auf die Na Pali Coast im Nordwesten Kauai’s. An diesen Küstenstreifen kommt man nur mit dem Boot, dem Helikopter oder über den Kalalau Trail von Makana aus. Dies ist jedoch ein mehrtägiger Trail. Sprich man sollte mindestens eine Übernachtung einrechnen. Wir haben uns die Na Pali Coast wenigstens von Oben angesehen. Ausgangspunkt war die Kokee Lodge. Von dort führte uns ein ca. 17km langer Rundweg über den Nu’alolo Trail, den Nu’alolo Cliff Trail und den Awa’awapuhi Trail. Hierbei ging es bis hin über die Na Pali Coast. Von einigen Punkten hatte man durch die schroffen Cliffs und Täler einen atemberaubenden Blick auf den Pazifik.

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Falls jetzt jemand denkt das hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht da mal Regenwolken das Bild verhängen und dann wieder strahlender blauer Himmel zu sehen ist dem sei folgendes gesagt. Es gibt nichts unbeständigeres als das Wetter auf Kauai (auf Maui ist es ähnlich). Gerade scheint die Sonne, 10 Minuten später ziehen Regenwolken ran. Es nieselt kurz oder es regnet mal richtig. Und weitere 5 Minuten danach ist wieder schönes Wetter. Und so wechselt es sich ständig ab. Wenn man an einem Viewpoint oder Lookout angekommen ist der gerade in den Wolken verhangen ist oder an dem es regnet sollte man einfach nur warten. Oft genügen wirklich 10 Minuten und man hat wieder strahlenden Sonnenschein.
Ein weiteres interessantes Thema beim Wandern betrifft die eigentlichen Wege. Wie schon erwähnt sind diese zum Teil als solches nicht immer zu erkennen. Teilweise gibt es eine Markierung mit kleinen Fähnchen an Bäumen. Diese endet dann aber auch mal gerne spontan für mehrere Meilen um dann wieder zu beginnen. Urplötzlich steht man in einer Wiese oder einem Feld mit mannshohem Gras. Man hat keine Übersicht mehr wo man hin muß. Es führen aber immer wieder Trampelpfade irgendwo hin. Hier war es selbstverständlich das man einige Ehrenrunden drehte bevor man den richtigen Ausgang gefunden hatte. Entsprechend unausgebaut sind auch die Wege. Es gibt keine Geländer, Ketten oder irgendwelche Absperrungen. Bisweilen warnen vereinzelte Schilder vor dem weitergehen. Aber es ist jedem selbst überlassen was er macht. „…Gehe ich nun über diesen schmalen Grat an dem es links und rechts jeweils mehrer hundert Meter in die Tiefe geht? Wenn ich stolpere, das Gleichgewicht verliere oder nur ein kräftiger Windstoß kommt könnte es schneller bergab gehen als es mir lieb ist…“ So in etwa geht es einem durch den Kopf wenn man vor so mancher Stelle stand. Aber klar, der Nervenkitzel und natürlich das Erlebnis lassen einen dann doch da lang balancieren oder über die Geröllhalde kriechen. Oder man geht eben doch bis ganz an den Abgrund heran. Da ist kein Geländer was verhindert das man bis an die Kante geht. Man tut es oder man tut es nicht.

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Machen wir mal einen kleinen Abstecher von den Bergen auf die Straße.
Mit irgend etwas muss man die Insel ja erkunden. Öffentliche Verkehrsmittel gibts nicht wirklich und an geführten Touren und Ausflügen mangelt es auf Kauai ebenfalls. Zu Deutsch. Man muss diese Insel selbst erkunden und auch selbst von A nach B kommen. Dazu kann man sich ein Fahrzeug mieten. Möglichkeiten dazu gibt es genug. Nun stellt sich die Frage was man denn für ein Gefährt nimmt. Von Nissan Verso, Chevrolet Malibu über Ford Mustang bis hin zu diversen Pickups steht alles zu Verfügung. Ziemlich schnell stand für mich fest, bereits im letzten Jahr als wir das alles gebucht haben, das es ein Geländewagen sein sollte. Viele Straßen sind unbefestigt. Einige werden sogar als „4×4 Only“ ausgewiesen. Also habe ich bei Hertz einen Wagen in der entsprechenden kleinen 4×4 Klasse gebucht. Aufgrund der Zahlung mit der American Express Karte wurden wir automatisch in die nächst höhere Klasse gestuft und tataaa, da stand er dann. Ein silberner Ford Explorer. Mit mehr als genug Platz. Auch für unsere 3 Koffer + 3 Personen. Natürlich ist es als Mietwagen kein 8 Zylinder. Aber immerhin brummelte ein 4.0l V6 mit 210PS unter der Haube. Das sorgte für ausreichend Vortrieb und klang auch noch 8 Zylinder verdächtig. Erst ein Blick in die Papiere hat mich 100%ig vom 6 Ender überzeugt. Fahren tut sich so ein Ding ganz mondän. SUV Typisch eben. Ganz amerikanisch leichtgängig. Alles etwas schlacksig. Aber für den Zweck mehr als Perfekt. Tür auf, alles rein in die Kiste, Tür zu und los. Dann mit 45 Meilen die Stunde mit Tempomat über den Highway rollen. Das machen da alle so und das passt auch perfekt.
Und das es ein 4×4 und geländegängiges Fahrzeug war hat sich im nachhinein als sehr Vorteilhaft erwiesen. In der Tat musste man über so manchen Sandweg rauschen. Mit einem „normalen“ Auto wäre man da dann wohl mit 5km/h dahin geschlichen, so wie es einige auch machten. Mit dem Explorer rauscht man selbst über die gröbste Buckelpiste gemächlich hinweg. Nebenbei konnte man damit natürlich auch am Polihale Strand bis direkt zum Strand fahren und musste nicht schon vorher die Segel streichen. Und Herr Meyer hatte auch den Glorreichen einfall einer Fahrt direkt durchs Inselinnere. Da war etwas als Straße eingezeichnet. Jedoch erwies sich das Ganze nur als unbefestigter Weg und wir konnten am eigenen Leib erfahren warum es wege gibt auf denen man im nassen nicht mal mit einem 4×4 Fahrzeug fahren sollte. Erst waren’s nur ein paar Pfützen, es regnete so langsam in strömen. Dann wurden riesige Löcher daraus um die man herum manövrieren musste. Und irgendwann rutschte der Karren dann unmotiviert in ein solches Loch hinein. Nun standen wir also. Es ging mit normalem 4×4 nix mehr vor und zurück. Ich besann mich dann an diesen kleinen Knopf am Automatikwählhebel der sowas wie eine Sperre darstellte. Und siehe da – der Karren bewegte sich wieder, rutschte aber wie auf Schmierseife hin wo er wollte. Bremsen bedeutete nicht gleich anhalten. Es war allenfalls der Versuch dazu. Dank meiner großartigen Frau, die bei strömendem Regen barfuß im Schlamm den perfekten Einweiser dargestellt hat sind wir dann irgendwann nach 30 Minuten rückwärts diesen ganzen Schlamassel wieder zurück gekommen. In diesem Moment hatten wir natürlich (leider) keine Nerven Bilder zu machen. Es ging nur darum dieses Auto wieder heil und ohne schrammen wieder da raus zu bekommen. Als dann alles so gut wie geschaft war haben wir aber noch ein kleines Andenken „geschossen“. Es ist zwar unspektakulär aber immerhin.

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