Nun wollen wir mal beginnen. Das wir in den 2 Wochen nicht alle Inseln Hawaiis besuchen konnten dürfte so ziemlich jedem klar sein. Wir haben uns im voraus entschieden 2 Inseln zu besuchen. Unsere Wahl viel auf Kauai und Maui.
Fangen wir erstmal mit Kauai an. Auf dieser Insel verbrachten wir die ersten 6 Tage unserer Reise. Kauai ist die älteste der Hawaii Inseln. Sie wird aufgrund der üppigen Vegetation auch als „Garteninsel“ bezeichnet. Eine Besonderheit der Insel ist, das sich eines der regenreichsten Gebiete der Erde auf Kauai befindet. Rund um den 1.569 m hohen Waialeale ist mit durchschnittlich 11.684 mm Jahresniederschlag eben dieser Punkt. Zum Vergleich, in München liegt die Jahresniederschlagsmenge im Bereich von 800 – 900mm. Jeder der nach Kauai reist und denkt er findet 12 Stunden strahlenden Sonnenschein vor wird entäuscht sein. Es gibt immer Regen und man wird bei Wanderungen und Ausflügen ins Inselinnere immer Nass. Jedoch ist das alles nicht so Wild. Anders als hierzulande gibt es einen 10 minütigen Regenguß und danach scheint wieder die Sonne. Diese Güsse sind jedoch zum Teil richtig heftig. Jedoch regnet es selten auf der ganzen Insel. Wenn man also aufwacht und es regnet dann muss man nur an die andere Seite der Insel fahren. Dort ist dann schon Sonne. Die Inselhauptstadt ist Lihue. Hier befindet sich auch der Flughafen über den man auf die Insel gelangt. Das die Bezeichnung Hauptstadt eher theoretischer Natur ist sieht man daran das Lihue nur ca. 6500 Einwohner hat und somit hierzulande eher als Kleinstadt zählen würde.
An die Gegebenheiten angepasst ist auch der Lebensstil der Inselbewohner. Alles hat einen kleinstädtischen und ländlichen Charme. Die Uhren ticken etwas langsamer. Trotzdem ist alles nach unserem sogenannten „westlichen Standart“ vorhanden. Dies macht auch den Unterschied Hawaiis zu anderen, ähnlich paradiesischen Orten aus. In Hawaii ist eben alles so, wie man es sich wünscht. Es fehlt an nichts, alles ist vorhanden und trotzdem befindet man sich im Paradies. Alles ist Ordentlich. Die Umwelt wird gepflegt. Hier sieht man auch einen entscheidenden Unterschied zu Deutschland. Es gibt viele öffentlich Anlagen welche vom Staat und den Gemeinden Unterhalten werden. Denkmäler, Lookouts an besonders schönen Stellen, Beach Parks usw.. Alles ist gepflegt, überall gibt es öffentliche Toiletten, kostenlos. Diese kann man auch benutzen, die sind sauber und ordentlich. Auch gibt es überall Mülleimer welche auch geleert werden. Dadurch kommt man erst garnicht auf den Gedanken seine leere Coladose in den Busch oder auf die Straße zu schmeißen. Insgesamt fühlt man sich Sauwohl auf den Inseln. Auch die Inselbewohner tragen zu dem ganzen Bild bei. Sie sind nicht übertrieben nett oder so. Man ist denen einfach Wurscht. Die tuen einem nichts und man tut denen auch nichts. Fertig. Ein freundlicher Gruß, ein paar Worte und aus. Da wird man nicht vollgelullert als Tourist. Aber man wird auch nicht blöd angemacht. Auch fühlt man sich sicher. Die Kriminalitätsrate ist relativ gering. Ich hatte nie Angst das mir irgendwer den Rucksack klaut. Dies gilt so auch für Maui. Dies gleich mal hier mit vorweg.
Machen wir mal weiter mit Kauai. Unsere Unterkunft war ein Hotel. Es hörte auf den Namen Aston Aloah Beach Resort. Es liegt direkt am Lydgate State Park. (von dem ich, zu meiner Schande, nicht ein Bild gemacht habe) Dies ist ein solch typischer Beachpark. Es gibt einen genialen Strand mit Palmen, Sand und allem was das Herz begehrt. Dazu überall überdachte Sitzgruppen mit Bänken, Tischen und Grillmöglichkeiten. Dazu die oben bereits erwähnten sanitären Anlagen, Kinderspielplätze usw.. Da kann man wenn man Lust und Laune hat einfach hingehen und Essen, Grillen oder einfach nur rumsitzen. Das ist pures hawaiianisch-amerikanisches Leben. Abends ist da immer was los. Auch Hochzeiten werden da gefeiert.
Hier jetzt mal die ersten 2 Bilder. Der Blick aus unserem Hotelzimmer auf den Strand vom Lydgate State Park. Natürlich, wie man sehen kann, ist das ganze besonders zum Sonnenaufgang interessant. Auch hier gleich zu sehen. Ein durchaus wolkiger Himmel der schon wieder den nächsten Regenschauer ankündigt. Ich werde aber später noch Bilder bei Tageslicht nachreichen. Die hab ich aber gerade nicht hier.

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Nun gilt Kauai ja als Garteninsel. Dies kann man natürlich nicht am Strand erkunden sondern am besten bei ausgedehnten Wanderungen im Inselinneren. Besonders beeindruckend hierbei ist eine Wanderung im Kokee State Park. Wir sind hierzu den State Highway 550 bis zum Ende gefahren und von dort dann über den Pihea Trail und den Alaka’i Swamp Trail in die Hono’Onapali Natural Reserve Area gewandert. Dabei läuft man durch unterschiedlichste Vegetationszonen. Von Gräsern über Farne bis hin zu seltsamen Bäumen inmitten eines Sumpfgebietes ist alles vorhanden. Man benötigt hier auch festes, wasserdichtes Schuhwerk da die Regenfälle natürlich das eine oder andere Schlammloch erschaffen. Immer wieder wird einem im Laufe der Wanderung der Blick durch Täler und Schluchten auf den Pazifik eröffnet. Das sind schon atemberaubende Momente. Wichtig ist einmal mehr ausreichend Trinkwasser und etwas Futter mit dabei zu haben. Trotz gelegentlicher Wolken und vielleicht dem einen oder anderen Regenschauer liegen die Temperaturen im Bereich von 25 – 30°C. Die Wanderungen sind auch meistens im Bereich von 15-20km. Die Wege sind teilweise gut sichtbar, teilweise kann man sie als solche nicht erkennen. Man ist auch weitesgehend auf sich selbst gestellt da die Laufbereitschaft der hauptsächlich amerikanischen Urlauber doch eher gering ist. Man ist fast immer alleine Unterwegs. Ab und zu trifft man ein paar Gleichgesinnte.
Hier jetzt ein paar Bilder von unserer Wanderung.

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Nun mag der eine oder andere meinen das die alles nicht wie Hawaii aussieht, das er sich das alles völlig anders vorgestellt hat. Das mag sein und für gewöhnlich verbindet man mit Hawaii Strand, Palmen, Sonne und Meer. Jedoch ist gerade diese Vielfallt der Reiz dieser Inseln. Es ist alles vohanden. Vom Strand bis hin zu Wanderungen. Ein reiner Badeurlaub auf Hawaii wäre pure Verschwendung. Hier gibt es so viel zu entdecken. Da liegt es nur nahe das es eher in einem Aktivurlaub endet. Aber darauf waren wir ja vorbereitet und das hatten wir ja vor. Um doch den Strand zu beweisen kommt man auf Kauai nicht um den Polihale State Park herum. Dieser Sandstrand erstreckt sich vom Statepark über die Barking Sands Pacific Missile Range Facility bis hin nach Kekaha. Insgesamt wohl über 24km. Zugänglich ist der Polihale State Park nur über einen ca. 8km weiten, sehr löchrigen und holperigen, Sandweg. Das führt dazu das man fast nur Einheimische antrifft. Spätestens nach 1km macht man in einem gemieteten Mustang oder sonstigen Limousinen kehrt und sucht sich einen anderen Strand. Nur gut das wir von vorn herein auf ein geländegängiges Allradfahrzeug gesetzt haben. Aber dazu später.
Der Polihale kann mit vielen interessanten Details aufwarten. Zum einen ist da dieser gigantische Sandstrand. An Wochentagen Vormittags ist man da alleine und sieht keinen Menschen. Das hat was und ist schon alleine recht beeindruckend. An Wochenenden oder Feiertagen verbringen einige Einheimische ihre Freizeit am Polihale. Dazu wird die Familie, samt Sonnenschutz, Grill und Verpflegung in den Pickup verfrachtet und man macht sich auf den Weg zum Polihale. Hier erlebt man dann ein Schauspiel wie es dies wohl nur in Amerika gibt. Man fahre mit seinem Pickup direkt bis zum Wasser. Dazu hat man ja schließlich 8 Zylinder, mindestens 300PS, Allrad und große Balonreifen. Hier wird dann der Tag verbracht und wenn die Dunkelheit anbricht gehts wieder zurück nach Hause. Aber auch hier wieder der kleine Vermerk. Es wird nichts am Strand zurück gelassen. Da liegt kein Müll rum, keine Kippe, einfach nichts. Es sieht danach aus als wenn keiner da gewesen wäre – bis auf die Reifenspuren. Ein weiteres Highlight am Polihale ist das Meer. Bis zu 5 oder 6 Meter hohe Wellen schlagen bis zum Ufer durch. Es ist ein Quell der Freude da zu versuchen ins Wasser zu kommen. Gigantisch und Genial zugleich. Und dann gibt es ja in unmittelbarer Nähe zum Polihale noch die Pacific Missile Range Facility  . Einen Raketenstützpunkt. Und mit etwas Glück, was wir auch hatten, liegt man am Strand oder läuft gerade rum und schwupp, zisch, bumm – erlebt man mal einen solchen Raketenstart mit. Natürlich hat man keine Kamera zur Hand. Aber ich kann sagen – ich war dabei.
Hier jetzt mal ein paar Polihale Bilder. Zum Teil einsam, zum Teil mit Pickups.

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