Ich habe mich dazu entschlossen noch einmal Teile älterer Berichte neu zu beleben.
Beginnen möchte ich mit einer Serie unseres ersten Hawaii Besuches im Jahre 2010. Jetzt stellt sich die Frage warum ich das mache. Ich will es kurz erklären.
Zum einen sind die Berichte schon fast in den Archiven verschwunden und haben mehrere Serverumzüge mitgemacht. Sie sind ja noch zu CSC Zeiten entstanden. Wichtigster Grund ist aber das Fehlen der Bilder in den Original Beiträgen. Diese sind im Laufe der Jahre abhanden gekommen. Desweiteren waren sie relativ klein gerechnet. Eine Auflösung von 1280 x xxx ist nicht mehr so das Wahre.
Also habe ich mich dazu entschlossen die Bilder aus den Originalen nochmal neu zu sichten und zu sortieren. Und Stück für Stück werde ich sie hier in ordentlicher 4k Größe präsentieren. Ja, die Auflösungen und Bildschirme werden immer Größer. Die alten Bilder dienen da fast nur noch als Icon.

Auch auf den Hawaii Inseln gibt es viele Vulkane. Und wenn man schon mal dort ist, will man natürlich auch mindestens einen sehen. Auf Maui eignet sich dazu am besten ein Besuch auf dem Haleakala Krater. Haleakala heist übersetzt “Haus der Sonne”. Der Krater des Haleakala hat einen Umfang von 34 Kilometern und ist somit der größte der Welt. Der Krater hat eine Tiefe von bis zu 1000 Metern. Der Haleakala hat an seiner höchsten Stelle, dem Red Hill, eine Höhe von 3055 Metern.
Typisch amerikanisch ist auch die Anreise zum Haleakala. Über den Highway 378 (Crater Road) kann man bequem mit dem Auto bis auf ca. 3040m Höhe fahren. Dabei muss man als Eintritt in den Nationalpark 10$ Zahlen. Das hiermit erworbene Ticket ist 3 Tage gültig. Mit der Auffahrt zum Haleakala kann man auch für sich persönlich einen kleinen Weltrekord verbuchen. Nirgendwo sonst auf der Welt ist es Möglich auf einer Strecke von nur ca. 50 Kilometer quasi von Meereshöhe auf über 3000 Meter mit dem Auto zu gelangen. Entsprechend steil geht es zum Krater rauf. Da hat ein Auto ganz schön zu schnaufen. Auch macht sich die immer dünner und sauerstoffärmer werdenden Luft bemerkbar. Ganz so drehfreudig zeigte sich der V6 ab 2500m nicht mehr. Nebenbei, ganz zum Graus eines jeden Grünen, verbläst man bei der Auffahrt zum Haleakala fast 35% der Tankfüllung mit dem Ford Explorer.
Unser Ziel war es den Sonnenaufgang auf dem Krater zu erleben. Da dieser ca. gegen 6:30 Uhr anstand, wir mit einer Fahrzeit von ca. 3 Stunden rechnen mußten (von Hana ist es ja ein ganzes Stück) war die Abfahrt für 3 Uhr Nachts geplant. Ich weis, im Urlaub sollte man ausschlafen. Aber sowas kann man sich auch nicht entgehen lassen.
Es passierte aber, was passieren musste. Irgendwie war der Wecker zu leise oder ging garnicht. So sind wir erst um 3:30Uhr los gekommen. Dementsprechend war die Fahrt recht zügig – aber Nachts geht das schon mal. Bei der Anreise zum Haleakala muss man auch beachten das es auf 3000m Höhe nicht mehr sonderlich Warm ist. Die tiefste gemessene Temperatur da oben lag bei -11 Grad. Am Tag unserer “Befahrung” lag die Temperatur bei wohligen 2-3 Grad.
Als wir dann den irgendwann den Bereich von 2500m erreichten tauchten wir in grässliche Wolken ein und fuhren im Nebel, bei leichtem Regen, weiter. Man muss hier natürlich unbedingt daran denken, das dieser Regen auf der Straße bei den Temperaturen durchaus frieren kann. Mitunter ist die Straße spiegelglatt. Wir hatten aber das Glück das es nicht so war. Es war einfach zu warm.
Oben am Krater angekommen sah man schon das Desaster. An diesem Tage wird es wohl keinen Sonnenaufgang auf dem Haleakala zu sehen geben. Dichte Wolken, 50 Meter Sicht, grausamer Wind und Kälte. Anders konnte man unsere erste Haleakala Erklimmung nicht beschreiben. An einem Aussichtspunkt zum Krater drängten sich schon einige Leute. Aber auch die sahen so viel wie wir.
Ganz einfach nichts.
In der Zwischenzeit war die Sonne aufgegangen. Gesehen hat man es nur daran das es hell wurde. Ab und zu waberten mal ein paar lockere Wolkenfetzen durch die Gegend sodass man zumindest einmal sah, das man auf einem Berg war. Aber mehr war nicht. Wir haben uns dann ins Auto gesetzt und Brotzeit gemacht. Aber auch in diesen 30 Minuten hat sich die Lage nicht geändert. Es blieb so beschissen.
Nachdem der Parkplatz auch schon leer war und wir fast die einzigsten waren die noch oben geblieben sind haben wir uns dann auch wieder auf den Weg ins Tal gemacht. So sollte dieser Besuch auf dem Vulkan eher deprimierend enden …….

Nachdem wir also wieder den Weg nach unten antraten, sah es nach keiner Wetterbesserung aus. Im Gegenteil. Die Wolkenuntergrenze war noch weiter abgesunken. Die Fahrt durch das Grau nahm und nahm kein Ende. Dani und Max hatten sich schon ins Reich der Träume verabschiedet und schliefen neben mir. Irgendwann war die Wolkenuntergrenze dann erreicht und man konnte wieder was sehen. Ein atemberaubender Ausblick tat sich auf. Ein Blick über den Westen Maui’s. Hmm, ein paar Kurven bin ich noch gefahren und dann habe ich die Fahrt erstmal gestoppt. Ich wollte wenigstens davon ein paar Bilder machen. Durch das anhalten erwachten auch die zwei Murmeltiere im Auto. Als wir dann so da draußen standen stellten wir fest das es ja wohl kaum sein kann, das man um 3 aufsteht, zum Haleakala Krater fährt – wohl ein einmaliges Erlebnis – und dann gibt man so schnell auf. Zumal es auch bergauf so aussah als lichteten sich etwas die Wolken. Also wurde die Umkehr und der erneute Aufmarsch zum Gipfel verordnet. Die Tanknadel zeigte noch 1/4 an. Kurz überlegte ich ob es nicht sinnvoller wäre erst runter nach Kula zu fahren, zu tanken, und dann wieder hoch zu sausen. Aber dann habe ich mich für eine sofortige Umkehr und gemütliche, langsame Auffahrt entschieden. Es wird schon reichen.

Auf dem Weg nach Oben kamen wir dann wieder in die altbekannte Suppe.
Schnell zweifelte man wieder an der Entscheidung umgekehrt zu sein. Jedoch änderte sich das Bild ein wenig als wir dann oben ankamen. Schnell konnte man sehen das die Wolken etwas aufgelockerter waren. Man befand sich ziemlich genau an der Wolkenoberkante. Wärend der Parkplatz am National Visitor Center (ca. 2950m) noch im Nebel lag, sah es am Parklatz zum Red Hill (3055m) schon wesentlich freundlicher aus. Vereinzelte Wolkenfetzen zogen durch und gaben den Blick auf den strahlend Blauen Himmel frei.
Die Science City mit Ihren weißen Kuppeln und sonstigen sonderbare Geräten war jetzt bereits sichtbar. Der Blick Richtung Westen war bis ins Tal möglich. Im Osten hingen noch Wolken, deren Front aber auch schon zu bröckeln begann. Es hatte sich also doch noch gelohnt noch einmal hoch zu kommen auf den Haleakala. Es war irgdnwie ein fantastischer Anblick und ein tolles Gefühl. Kaum schien einem die Sonne ins Gesicht war all der Frust der vorherigen Stunde vergessen. Es war nicht mehr so kalt und man konnte diese Aussichten und den Anblick des roten Vulkangesteins genießen. Einfach toll.

Kurze Zeit später war es dann so weit. Die Wolken verzogen sich ein wenig und gaben den Blick in den riesigen Krater frei. Wir hatten zwar niemals ungehinderten und ungestörten Einblick. Immer wieder zogen Wolken hindurch. Aber trotzdem war es ein unvergesslicher Anblick. Was wohl passiert wenn aus diesem Vulkan Asche in die Luft geschleudert wird? Immerhin gilt der Haleakala nicht als erloschen. Er wird als aktiver, ruhender Vulkan geführt. Der letzte Ausbruch fand vor ca. 200 Jahren statt.

Nachdem das Wetter nun scheinbar auf unserer Seite war dachten wir, wir könnten doch noch die geplante Wanderung auf dem Sliding Sands Trail machen. Jedoch stellte sich schnell heraus, das das Wetter doch recht unbeständig war. Immer wieder schwappten größere Wolkenformationen in den Krater. Sofort wurde es merklich kühler, windig und ungemütlich. Wir beschlossen dann ein Stück auf dem Trail zu gehen, dann aber auch recht schnell wieder umzukehren. Es war eben doch scheinbar genau der falsche Tag für dieses Unterfangen.
Trotzdem war es beeindruckend das alles zu sehen. Dieses rötliche Vulkangestein im Kontrast zum teilweise strahlend, tiefblauen Himmel. Dazwischen die Wolken. Einfach schön sowas. Auf den Bildern kann man das irgendwie nicht wirklich rüberbringen. Es ist einfach gigantisch und man weis nicht, wo man zuerst hinschauen soll.

 

Zu dieser neuen Serie gehören folgende Beiträge.

Polihale State Park – Kauai
Waimea Canyon – Kauai
Na Pali Coast State Park – Kauai
Lumaha’i Beach – Kauai

Kilauea Point – Kauai
Koke’e State Park – Kauai

Die älteren, originalen Hawaii Berichte (ohne Bilder) finden sich unter den folgenden Links.

Hawaii 2010 – Ein Reisebericht Teil 1
Hawaii 2010 – Ein Reisebericht Teil 2
Hawaii 2010 – Ein Reisebericht Teil 3
Hawaii 2010 – Ein Reisebericht Teil 4
Hawaii 2010 – Ein Reisebericht Teil 5
Hawaii 2010 – Ein Reisebericht Teil 6
Hawaii 2010 – Ein Reisebericht Teil 7

Haleakala – Maui

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