Vorletztes Wochenende verschlug es uns am Samstag auf den Flugplatz in Tannheim.
Zum eigentlichen grund der Reise kommen wir später.
Die Anreise dauert ungefähr 1,5 Stunden von München.
Der kleine Flugplatz ist relativ bekannt in der Fliegerscene. Einmal im Jahr findet hier Europas größtes Fliegertreffen statt. Frei nach der Benamung des amerikanischen Vorbildes in Oshkosh hört das Fliegertreffen hier auf den Namen Tannkosh. Auch ist Tannheim die Homebase des mehrfachen deutschen Meisters im Kunstflug und jetzigem Teilnehmer des Red Bull Airrace Matthias Dolderer. Aber das nur am Rande.
Da wir vor der Abreise noch die Hunde bei der Oma los werden mussten bedienten wir uns dem Dicken als Reisemittel. Es gab also einen kleinen Umweg über Ettal. Schnell war das Ziel im Navi eingegeben und schon konnte die Reise beginnen. Wie es sich für einen verantwortungsvollen Papa gehört nimmt man freiwillig auf der hinteren Bank platz, damit der gerade mitten in der Fahrschule befindliche Sohn vorne sitzen kann. Somit sieht er aus erster Hand die Verkehrsverstöße der Mutter und weis wie er es nicht machen soll 😀 . Nee, sonst würde er ja nur schlafen. So soll er ruhig ein wenig aufpassen.
Das Ziel kann man fast nicht verfehlen. Schon kurz hinter Memmingen sieht man reichlich Kleinflugzeuge in der Luft. Falschirmspringer sind auch zu sehen. Da kann es also nicht mehr weit sein. Vorbeifahren geht auch nicht. Ein Schild macht einen auf das erreichen des Ziels aufmerksam. Geparkt wird einfach auf der Wiese vor dem Gelände.

Auf dem Flugplatz angekommen kann man allerlei Flugzeuge, oder sagen wir besser Fluggeräte begutachten. Für einen solch kleinen Flugplatz ist erstaunlich viel los.
Flugzeuge in alles Formen und Farben, Falschirmspringer und nicht zuletzt die Gyrocopter knattern unentwegt durch die Luft.

Auf dem Gelände befindet sich auch eine Gaststätte mit Biergarten. Hier kann man gemütlich sitzen, was essen und trinken. Dabei hat man immer freien Blick auf das Flugfeld.

Der eigentliche Grund unserer Reise nach Tannheim war das einlösen eines noch offenstehenden Weihnachtsgeschenkes für Max (und meine Frau hat es sich auch gleich noch geschnekt).
Er hatte sich einen Fallschirmsprung gewünscht. Und dieser sollte nun an diesem Samstag stattfinden. Nun, der Platz war reserviert, das Wetter gut. Also stand dem Sprung nichts mehr im Wege.
Erstmal musste man sich anmelden und diverse Formulare ausfüllen. Klar, man macht es alles auf eigene Gefahr, man ist Gesund usw..
Danach bekamen meine beiden tollkühnen Flugzeughüpfer erstmal eine Einweisung. Wer sich jetzt fragt warum ich denn nicht auch gesprungen bin dem sei gesagt das ich zu groß und zu schwer für einen Tandemsprung bin. Also blieb mir nur die ungeliebte Rolle des Beobachters und Fotografen.
Nachdem die beiden eingewiesen waren wurden sie eingekleidet und mit Gurtzeug verschnürt. Sie erhielten eine Sturmhaube und eine Brille. Damit sagen sie dann aus wie Quax der Bruchpilot. Auf das einstellen dieser Bilder verzichte ich lieber mal.
Dnach wurden die beiden ihrem Sprungpartner zugeteilt und man konnte zumindest schon mal sehen, wer für das Wohl der Familie verantwortlich war.
Nach einer kurzen Wartezeit wurde es dann ernst. Die Cessna 172 war wieder gelandet und es ging zum Flieger. Hier gab es nochmal eine kurze Einweisung wie man sich zum Absprung positionieren muss usw. Danach verschwanden alle 4 in der Cessna. Kurze Zeit später knatterte sie über die Grasbahn um dann abzudrehen und für die nächste gut 20 Minuten irgendwo zu verschwinden…..

Nach ca. 20 Minuten hörte man hoch über dem Platz ein Propellerflugzeug. Ich dachte mir das sie dies nun so langsam sein müssten. Aus einer Höhe von 3500m wurde gesprungen. Direkt über dem Flugplatz.
Nach dem Ausstieg folgen wohl erstmal 20 Sekunden freier Fall, danach wird der Schirm geöffnet. Bereits am Boden musste man sich entscheiden wer von beiden als erstes springen will. Entsprechend musste ins Flugzeug eingestiegen werden. Max hatte hier den Vortritt und war als erster dran.
Kurze Zeit nachdem ich das Flugzeug da oben sah, konnte ich auch den ersten Schirm entdecken, danach auch den zweiten.
Das ist schon mal ein echt beruhigendes Gefühl gewesen. Jetzt konnte ja schon fast nix mehr schief gehen – außer das sie vielleicht in einem Baum oder Kaktus landen.
Langsam kreiselten beide der Erde entgegen. Mal links rum, mal rechts rum. Sie hatten quasi freie Gewalt über die Schirme und konnten ihre Flugbewegungen selbst steuern. Erst im Endanflug übernahm dann der Chef wieder das Steuer.
Die ausgestreckten Beine haben nichts mit einer Turnübung im Jugendsportverein zu tun. Das ist ganz einfach die Landehaltung für den Mitfliegenden.
Als sie beide unten waren konnte ich doch schnell erkennen das es ihnen gut ging und das es wohl Spaß gemacht haben muss.

Danach genehmigten wir uns ein verspätetes Mittagessesn im Biergarten der Flugplatzkneipe. Anschließend ging es wieder gemütlich nach Hause.
Alles in allem ein doch sehr gelungener und schöner Ausflug (im wahrsten Sinne des Wortes)

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