Nachdem ich vor einigen Tagen die Möglichkeit hatte einen Tesla Model S P85+ probe zu fahren, hatte ich nun die Gelegenheit dies auch mit einem BMW i8 zu machen.
Zwei Fahrzeuge, die auf der einen Seite Gemeinsamkeiten haben, auf der anderen Seite aber unterschiedlicher kaum sein könnten.
Der Tesla Model S P85+ ist eine vollwertige Limousine. Mit allem erdenklichen Komfort, knapp über 415PS stark, geht es rein Elektrisch angetrieben dem Ziel entgegen. Anders der i8. Ein Sportwagen wie er im Buche steht. Flach, breit, Tief. Eine Mischung aus Elektro- und Verbrennungsantrieb sorgt mit 362PS für angemessenen Vorschub.

Zwei Autos. Zwei Konzepte. Zwei Zielgruppen.

BMW i8 08

Ich möchte hier jetzt keine Tesla vs. BMW Schlacht eröffnen. Ich möchte auch nicht alles eins zu eins Vergleichen. Es sei mir nur ab und zu mal ein Blick in Richtung Tesla gegönnt. Meinen Tesla Bericht könnt ihr unter diesem Link nachlesen.
Fangen wir mit dem BMW i8 an.
Wie oben geschrieben. Ein Sportwagen. Also gehe ich nicht mit der Erwartung ran, das dieses Auto praktisch und komfortabel sein muss. Ich habe nicht einmal in den Kofferraum geguckt und ich habe mich auch nicht mal probeweise auf die Rücksitze gesetzt. Dieses Auto will man einfach nur fahren. Oder nein. Nicht ausschließlich fahren. Man will es sich auch ansehen. Zu interessant ist diese Form. Zu futuristisch sind diverse Flächen, Kurven und Biegungen.

BMW i8 01
Steht man nun vor diesem Auto fällt einem erst richtig auf, wie niedrig 1,29m sind. Wie soll man da bitte einsteigen? Also wird der Türgriff betätigt und schon schwingen die, ich muss es einfach sagen, obergeilen Flügeltüren auf. Was schön aussieht, ist unpraktisch? Ja, in dem Fall stimmt das wirklich. Muss man sich zum Einstieg in den i8 nun auch noch unter den Türen durch zwängen. Scheiß drauf. Rückenschmerzen? Nie gehabt. Kniebeschwerden? Was ist ein Knie? Im dem Moment ist alles vergessen. Nach kurzem Sortieren der Gliedmaßen lässt man sich einfach in die bequemen Sitze fallen. Über das Aussteigen macht man sich erst einmal keine Gedanken. Man ist je gerade erst eingestiegen.
Sitzt man dann so drinnen im i8 stellt man fest, das die Sitze bequemer sind als sie aussehen. Optisch kommen die Sessel doch eher schmal, zierlich und hart rüber. Sie sind aber wirklich bequem und nicht hart. Leider fehlt eine verstellbare Oberschenkelauflage. Das ist für größere Menschen schon ein negativer Punkt. Aber auch hier kann man ja sagen, das der i8 nun kein Reisefahrzeug sein will. Also muss man das wohl verschmerzen.
Die Sitzposition findet man recht problemlos. Ungewohnt ist im ersten Moment diese tiefe Sitzposition. Was positiv auffällt ist, das die Rundumsicht gar nicht so schlecht ist. Man kommt durchaus auch ohne Kameras aus, auch wenn BMW dies anders sieht und alle möglichen Kameras in die Serienausstattung gepackt hat.
Wer sich mit BMW’s auskennt, wird auch im i8 keine Probleme haben. Alles folgt der bekannten Logik. Also muss nicht viel geredet bzw. geschaut werden bevor man mit dem i8 loslegen kann. Gangwahlhebel auf D und schon kann man losfahren.

BMW i8 03
Apropos losfahren. Hier kann man sich jetzt überlegen in welchem der zahlreichen Modis man fahren möchte. Startet man den i8 dann befindet er sich immer im Comfort Modus. Hierbei fährt der i8 bis zu einer Geschwindigkeit von 65km/h rein elektrisch. Bei höheren Geschwindigkeiten schaltet sich der Verbrennungsmotor zu. Das tut dieser auch, wenn man unter 65km/h zügiger beschleunigen will, als es der Elektromotor zulassen würde.
Als weiteren Modus gibt es ECO PRO. Hier wird alles sehr effizient und man kann die maximale Reichweite erreichen.
Sollte einem das alles zu behäbig sein, kann man in den Sport Modus schalten. Die Lenkung wird direkter, das Fahrwerk härter. Die Automatik schaltet erst bei hohen Drehzahlen. Jetzt ist man im Sportwagen angekommen!
Zusätzlich zu diesen drei Modis gibt es noch die Variante eDrive. Damit kann man den i8 rein elektrisch bewegen. Dann greift der Verbrennungsmotor nicht in’s geschehen ein. In diesem Modus kann der i8 bis zu 120km/h schnell werden.
Ist man dann gestartet stellt man zum einen schnell fest, das man mit diesem futuristischen Auto ganz normal fahren kann. Man muss nicht weiter nachdenken was jetzt wann und wie passiert. Das Auto tut es einfach. Befindet man sich im Comfort oder ECO PRO Modus bekommt man, gerade in der Stadt, überhaupt nicht mit ob und wann der Verbrennungsmotor aktiv ist. Die Übergänge sind absolut fließend. Der Verbrenner hält sich akustisch vornehm zurück. Hoch lebe das ‚lautlose‘ fahren.
Gibt man mal mehr Gas dann ist der Verbrennungsmotor schon zu hören. Aber alles in einem gemütlichen Rahmen.
Versetze ich den i8 jetzt in den Sport Modus dann wandelt sich dieses Auto von Öko-Aktivist in Vollgas-Junkie. Ab sofort arbeiten die beiden Motorvarianten permanent. Es unterstützt nicht mehr der Verbrennungsmotor den Elektromotor. Ab jetzt unterstützt der Elektromotor den Verbrennungsmotor. Ab jetzt kann man die volle Systemleistung von 362PS abrufen. Fragt nicht nach Sonnenschein.

BMW i8 07
Hier kann ich mir jetzt einen Quervergleich zum Tesla Model S P85+ nicht verkneifen. In der Beschleunigung von 0 – 100km/h liegen beide gleich auf. 4,4 Sekunden gibt BMW an. Und genau dieser Wert steht auch beim Tesla in den Datenblättern. Soweit gleichstand. Aber jetzt kommt genau der Punkt, den ich beim Tesla kritisiert habe. Dieser benötigt  20 Sekunden um von 0 auf 200km/h zu beschleunigen. Der BMW i8 erledigt diese Aufgabe in 14 Sekunden. Nur zum Vergleich. Ein M6 Cabrio vergeudet rund 12 Sekunden um von 0 auf 200km/h zu gelangen.
Ich will das alles mal so nicht weiter interpretieren. Ich wollte es nur mal erwähnen.
Also um es auf den Punkt zu bringen. Der i8 spurtet gnadenlos bis in den Begrenzer bei 250km/h. Untermalt wird alles von einer toll gelungenen Klangkulisse. Natürlich kommt diese nicht alleine vom 3 Zylinder Verbrennungsmotor. Hier wird entsprechend mit der Audioanlage im Innenraum nachgeholfen. Sei es drum. Es klingt rattenscharf. Und auch außen ist der i8 im Sportmodus nicht zimperlich. Wenngleich er natürlich nicht an die Klangkulisse eines V8 oder so ran kommt. Klar, 1.5 Liter Hubraum verteilt auf 3 Zylinder können hier keine Wunder vollbringen.
Somit muss man sagen, das sowohl die Fahrleistungen als auch das Emotionale in diesem Auto stimmen. Es macht einfach tierisch Spaß mit dem i8 zu fahren. Auf der Landstraße ist es ein Riesenspaß um Kurven und Ecken zu räubern. Der niedrige Schwerpunkt und die Gewichtsverteilung sind hier sicher ausschlaggebend.
Ja, was soll man noch schreiben. Es ist ein tolles Auto.
Negativ ist sicher der Preis. Klar, 130T€ Grundpreis sind kein Pappenstiel. Da bevorzugt so mancher einer Porsche. Jedoch ist dieser dann wiederum bei weitem nicht so exklusiv. Der i8 hat schon absoluten Seltenheitswert.

Das soll es erst einmal zum BMW i8 gewesen sein. Gesamt sind es knapp 300 Kilometer gewesen die wir gefahren sind. Zu mehr ist auch keine Zeit in einem halben Tag. Vielleicht kann ich das ja noch einmal wiederholen.
Ich werde die Tage auf jeden Fall noch einen Beitrag mit allen Bildern auf machen. In diesem Beitrag gibt es jetzt erstmal nur ein kleiner Auszug der Bilder.

BMW i8 04

Hier geht’s zum Beitrag mit den i8 Bildern

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