Seit einigen Tagen habe ich nun das Vergnügen wieder einmal mit einem anderen Auto fahren zu dürfen. Der 5er GT steht in der Werkstatt. Ein Softwareupdate und unpassende Geräusche seitens der Klimaanlage sind die Ursache.

Als Werkstattersatzwagen wurde mir diesmal ein 3er GT bereitgestellt.
Nun, in meinen Augen nicht gerade das schönste Auto, welches BMW je gebaut hat. Irgendwie unförmig. Mit M-Paket und 19″ Felgen geht es noch. In einer 0-8-15 Ausführung mag mir dieses Auto rein optisch überhaupt nicht gefallen.

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Aber wie sagt man so schön. Auf die inneren Werte kommt es an. Wer’s glaubt… – egal. Bei der Abholung durfte ich großzügig zwischen einem 320d und einem 330d wählen. Das Ergebnis stand fest, bevor die Frage ausgesprochen war. Natürlich habe ich mich für den 330d entschieden. Und wieder einmal wurde mir quasi ein Neuwagen bereitgestellt. Ganze 34km hatte das Fahrzeug bei der Übergabe auf dem Tacho stehen. Der riecht noch ganz neu. Ist ja auch mal wieder schön.

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Die Ausstattung des Fahrzeugs ist, wie häufig bei Mietwägen, etwas komisch. Auf der einen Seite ist er mit diversen technischen Spielereien voll gepackt. Vom Adaptiven Kurvenlicht über HeadUp Display bis hin zu Internet und Aktiver Geschwindigkeitsregelung mit Stop&Go Funktion ist alles an Bord. Dafür hat es am anderen Ende nicht mal für elektrisch anklappbare Spiegel gereicht. Aber egal. Muss ja nicht sein. Völlig verwirrend ist für mich die Ausstattung S931A – Winter- statt Sommerreifen ab Werk.  Bei einem Auto welches im Juni erstzugelassen wird. Ja, dieses Sixt Fahrzeug fährt mit Winterreifen im Sommer. Absurd.
Was macht nun so einen 3er GT aus?
Generell fährt er sich wie ein 3er BMW. Mit dem 3 Liter Reihensechszylinder Diesel ist man bestens motorisiert. Die 259PS sorgen für ausreichend Vortrieb. Das Fahrwerk, in diesem Fall das normale Serienfahrwerk, ist ein sehr guter Kompromiss zwischen Komfort und etwas Sportlichkeit. Dazu passt auch die Lenkung. Sehr leichtgängig aber eben auch schön direkt. Da gibt es absolut nichts auszusetzen. Durch den verlängerten Radstand ist das Auto wirklich sehr ruhig und gleitet quasi dahin. Gegenüber dem 5er GT fällt mir aber schon ein gewaltiger Unterschied in der Lautstärke auf. Der Motor ist, gefühlt, nur halb so stark gekapselt. Ist er im 5er kaum wahrnehmbar ist er im 3er doch stets präsent. Unter Volllast sogar bisweilen richtig laut. Auch die Windgeräusche sind deutlicher als im 5er GT. In diesem Bereich liegen wirklich Welten zwischen 3er und 5er/7er (der 5er GT basiert ja auf dem 7er und nicht auf dem normalen 5er). Was jetzt aber nicht heißen soll das der 3er hier ein Problem hätte. Das ist alles völlig okay. Aber im direkten Vergleich fällt es eben auf.
Punkten kann der 3er GT dann wieder beim Platzangebot im Auto. Er ist nur etwas größer als ein normaler 3er, bietet aber wirklich ausreichend Platz für alle möglichen Transportaufgaben. Der Kofferraum ist riesig.

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Selbiges gilt auch für die Beinfreiheit auf den hinteren Sitzen. Wenn ich (2m) mir den Fahrersitz passend für mich einstelle kann ich bequem, ohne die Lehne des Vordersitzes mit meinen Knien zu berühren, in der zweiten Reihe platz nehmen. Rein optisch ist da mehr Platz als im 5er GT. Wobei man dort ja die Rücksitze verschieben kann und man darf auch nicht außer acht lassen, das im 5er GT die Komfortsitze schon um einiges tiefer sind als die Seriensitze im 3er GT. Also zu viert verreisen im 3er GT ist kein Problem. Auch hinten ist das alles sehr entspannt.

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Sonst ist es im Innenraum eben ein normaler 3er BMW. Die Bedienung passt. Alles BMW typisch. Für mich also einsteigen- losfahren. Und alles passt.

Ein Wort möchte ich noch zur Adaptiven Geschwindigkeitsregelung verlieren. Ich hatte diese Art von Tempomat ja vor Jahren schon mal im 7er BMW. Damals hatte ich für mich entschieden, das ich dieses Feature nicht unbedingt benötige. Es ist zwar im Kolonnenverkehr durchaus entspannend wenn das Auto alleine den Abstand einhält, bremst und beschleunigt. Aber auf der anderen Seite hatte das System zu viele Nachteile. Das Auto bremste irgendwie immer zu viel anstatt einfach nur zu rollen und so weiter.
Leider muss ich auch jetzt feststellen, das es immer noch nicht so ganz meinem Geschmack entspricht. Es ist noch immer so, das irgendwie alles mit der Bremse gemacht wird. Zu wenig wird einfach durch rollen erledigt. Und noch immer ist ein großes Manko der Moment des erkennen eines Fahrzeugs. Das funktioniert absolut zuverlässig. Keine Frage. Beispiel. Ich fahre auf der Autobahn. Tempo 130. Tempomat aktiv. Ich nähere mich einem Auto welches, sagen wir mal, 110km/h fährt. Das System erkennt nun je nach Einstellung extrem zeitig, sehr zeitig oder frühzeitig das vorausfahrende Auto. Das wird einem auch entsprechend im Display angezeigt. Alles gut. Aber eben im selben Moment beginnt auch schon der Bremsvorgang. Und es bremst gefühlt immer. Ich würde mir da definitiv eine Verzögerung wünschen. Eben weil er die Autos ja so extrem zeitig erkennt. Man bekommt kein ruhiges Fahren hin. Es sei denn man wechselt so zeitig die Spur das man Gefahr läuft, das der Andere die Autobahn verlassen hat bevor man jemals an ihm vorbei gefahren ist. Das ist irgendwie immer noch nicht meins. Klar. In der Kolonne hinterher fahren oder im Stop&Go in der Stadt. Super. Keine Frage. Da ist das System zu hause. Aber auf der Autobahn im normalen Verkehr bin ich immer noch nicht davon überzeugt. Da bevorzuge ich noch immer den normalen, dummen Tempomaten.

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Der 3er GT ist ein gutes Auto. Da gibt es nichts auszusetzen. Praktisch ist er. Platz ist ausreichend vorhanden. Fahren tut er sich auch sehr gut.
Da mir dieses Auto einfach optisch nicht wirklich gefällt ist es nichts für mich. Das gebe ich zu. Wer aber einen etwas anderen Langstrecken-Reise-3er möchte der ist mit dem 3er GT sicher sehr gut bedient.

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