Nach dem schönen Wetter der letzten Tage war die logische Konsequenz, das wieder mehr oder weniger starke Gewitter übers Land ziehen. Diese Gegebenheit habe ich gestern Abend spontan genutzt um einfach mal zu versuchen, Blitze zu fotografieren.
Also habe ich die Nikon D750 mit dem Nikkor 24-85mm 1:3.5-4.5 auf das Stativ gebaut und alles entsprechend am Fenster platziert. Fernauslöser dazu und schon konnte es los gehen.
Aber welche Einstellungen?
Erster Versuch war mit relativ langer Belichtungszeit, um die 20 Sekunden. Hier hat man das Problem das man zwar relativ sicher einen Blitz ‚einfängt‘. Dieser ist dann aber aufgrund der Langzeitbelichtung auf dem Bild nicht sichtbar. Also Ziel verfehlt. (Diese Zeilen widerrufe ich vom Inhalt her. Was auch immer nicht gestimmt hat. Ein paar Tage später habe ich es auch problemlos mit Belichtungszeiten bis 30 Sekunden probiert. Das funktioniert natürlich auch.)
Ich habe dann etwas rumprobiert und mich für eine Belichtungszeit von 2 Sekunden entschieden. Das reicht locker um eine gesamte Blitzsequenz einzufangen und man muss nicht pausenlos den Auslöser drücken.
Da es zu Beginn des Gewitters noch relativ hell war, kam noch ein ND1.8 64x Filter zum Einsatz damit die Bilder nicht überbelichtet werden. Apropos überbelichtet. Zur Blitzfotografie benötigt man kein lichtstarkes Objektiv. Die Blende kann immer >8-10 bleiben. Ein Bild ohne Blitz sollte komplett schwarz sein. Im Moment des Blitzes ist soviel Licht vorhanden, das man immer wieder schnell überbelichtete Bilder produziert. Also hier sollte man die Blende lieber etwas weiter schließen. Sonst hat man unter Umständen zwar einen Blitz eingefangen, jedoch nur einen weißen Fleck auf dem Bild.
Kommen wir noch zum Fokus. Den habe ich eingestellt als es noch etwas heller war. Per Autofokus habe ich auf den entfernteren Berg fokussieren lassen. Danach habe ich den Autofokus abgeschaltet und alle Bilder mit der selben Fokuseinstellung geschossen.
Da Blitze mitunter recht ausschweifend sein können empfiehlt sich der Einsatz eines relativ weitwinkligen Objektivs für einen großen Bildausschnitt. Man weiß ja auch nie, wo nun genau so ein Blitz auftaucht. Mit einem Tele auf ein bestimmtes Gebiet erzielt man sicher auch sehr eindrucksvolle Ergebnisse. Aber es ist dann sehr ungewiss, überhaupt einen Blitz zu erwischen.

Generell benötigt man eben viel Geduld und eine große Speicherkarte und keine Hemmungen auch mal 20 schwarze Bilder am Stück zu fotografieren. Man kann ja alles wieder löschen…
Ich habe gestern Abend knapp 400 Bilder geschossen. Davon sind unterm Strich ca. 30 Bilder mit Blitzen dabei. Also für mich hat sich das also schon gelohnt.

Hier jetzt mal ein paar Beispielbilder von gestern Abend. Auch wenn das laden etwas länger dauert. Ich hab die Bilder einfach mal in 4k bereit gestellt. Sieht doch etwas besser aus.

Blitze fotografieren

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