Heute möchte ich die Gelegenheit nutzen und über ein neues Stück Technik berichten.
Seit längerem ist nun wieder etwas aus dem Hause Bang & Olufsen ins Haus gewandert. Durch einen Forenbeitrag von Stefan über Küchenradios, wurde mir wieder ins Gedächtnis gerufen, das es an dieser Stelle ja auch bei uns noch eine offene Baustelle gab. Wobei es Küchenradio nicht so wirklich trifft. Es ist bei uns ja eine Kombination aus Küchen- und Esszimmerbeschallungssystem. Ist doch alles ein großer Raum. Medial bisher nur durch einen 50″ LG TV erschlossen. Die Klangkulisse entsprechend dürftig.

Also. Was tun. Erste Idee. Ein TV Gerät von B&O hinhängen. Dann ist neben dem Thema Bild auch gleich das Thema Ton weitestgehend ab gefeiert. Aber mindestens 7T€ für ein TV und Beschallungssystem in der Küche ausgeben? Nee. Das muss nicht sein. Zumal der TV ja nun mal da ist und funktioniert.
Was gibt es also für Optionen. Ein Satz Boxen irgendwo hin. Dazu braucht es einen Verstärker und all so Zeug. Das kann es auch nicht sein. Zumal es hier, wenn wir natürlich bei B&O bleiben wollen, auch recht kostenintensiv geworden wäre.
Also habe ich einmal bei den Audiosystemen von Bang & Olufsen nachgeschaut. Also Geräte die Lautsprecher, Verstärker, Radio, Streamingbox etc. in einem sind.
Da wäre zum einen der BeoPlay A9. Das Gerät finde ich ja schon sehr geil. Jedoch wohin damit? Zwei Katzen, ein Hund. Und dann so eine Schüssel am Boden hinstellen? Diese Idee war schnell verworfen. Also blieb noch ein Gerät mit dem Namen BeoPlay A6 übrig. Kleinere Systeme wie der BeoPlay A2 schienen doch etwas unterdimensioniert für den Raum.

Also BeoPlay A6. Was ist das nun.

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Bang & Olufsen nennt das ganze Audiosystem. Es ist eine Box mit mehreren Funktionen. Es sind 5 Lautsprecher nebst entsprechender Verstärker verbaut. An Bord ist dazu eine umfangreiche Streaming Engigne. Apple Airplay, Bluetooth Audio, DLNA, Spotify, Deezer, TuneIn. Alles kein Problem. Als Konnektivität stehen Lan und WiFi zur Verfügung. Zusätzlich verfügt der Beoplay A6 auch über einen Line-In Eingang. Das ist natürlich recht wichtig um auch den Ton des Fernsehers über dieses Gerät auszugeben. Dies war ja auch eines der Hauptziele, da der Klang der Flachbildschirme doch immer recht dürftig ist. Das Audiosystem verfügt auch über das BeoLink Multiroom System. Damit kann man drahtlos all seine kompatiblen B&O Geräte miteinander verbinden. So ist es zum Beispiel möglich die Musik des Beoplay A6 die in der Küche läuft kurzerhand auch im Wohnzimmer auf dem TV und Audiosystem wiederzugeben. Andersrum kann man mit einem Klick den aktuellen TV Ton aus dem Wohnzimmer auch in der Küche verfolgen. Oder die Musik die man gerade im Wohnzimmer abspielt. Somit kann man sich die Musik quasi immer in den Raum mitnehmen in dem man sich gerade befindet. Dabei muss man dann ’nur‘ einmal das Gerät oder eine passende Fernbedienung (dazu später mehr) berühren und schon verfolgt einen die Musik. Oder man beschallt sein ganzes Haus. Hierbei verfügt das System auch über diverse Einstellmöglichkeiten zur Synchronisierung. Damit es zu keinem Zeitversatz des Audiosignals kommt.

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Über das Design des BeoPlay A6 kann man sich sicher streiten. Ob einem nun diese graue Stoffbespannung gefällt oder nicht? Das muss und kann jeder für sich entscheiden. Worüber es aber einmal mehr wieder nichts zu diskutieren gibt ist die Qualität und Verarbeitung dieses Kastens. Hier ist alles auf bekanntem B&O Niveau.
Was jedoch auch so langsam unterirdische Ausmaße annimmt sind die Bedienungsanleitungen. Das ist nun so langsam wirklich unterste Schublade. Sowohl von Informationsgehalt als auch vom Aufbau.
So hat mich diesmal der BeoPlay auch aufs Glatteis geführt. Wenn man der Bedienungsanleitung zu Einrichtung folgt dann nimmt man sein iOS oder Android Gerät und installiert die BeoSetup App. Dann schaltet man den A6 ein, wartet bis die zwei LED’s an der Oberseite einen bestimmten Status anzeigen. Dann kann man das iOS oder Android Gerät noch per Bluetooth koppeln, muss man aber nicht, und dann sollte die BeoSetup App den BeoPlay A6 finden und man kann alles einrichten. Und genau so sitzt man dann vor dem Ding und bekommt natürlich keine Verbindung. Warum? Genau deshalb, weil Bluetooth nur für Audiostreaming gedacht ist und sich natürlich auch ein Bang & Olufsen Gerät nicht ohne eingabe des passenden Sicherheitsschlüssels in ein WiFi Netzwerk einbinden kann. Das ist so weit alles logisch. Es ist deshalb auch logisch, das man zur Einrichtung dann eben das LAN Kabel anschließt. Aber das steht eben nirgends. Man wird nicht mal auf den Gedanken dazu gebracht.
Also hat Herr Meyer eine gute Stunde damit verbracht den blinkenden LED zuzusehen. Mehrere Neustarts wurden durchgeführt. Die App auf dem iPad wurde der Unfähigkeit bezichtigt. Die gruselige Bedienungsanleitung wurde mindestens 10 mal von vorn nach hinten und von hinten nach vorn gelesen. Bis dann irgendwann Herrn Meyer der LAN Port auf der Unterseite des Gerätes einfiel. Ja, wie kann man nur so blöd sein… Aber warum kann nicht wenigstens ein kleiner Hinweis diesbezüglich in der Bedienungsanleitung stehen? Dann wäre dies beim ersten überfliegen der Anleitung klar gewesen.

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Nachdem dieses ’schwerwiegende‘ Problem dann endlich gelöst war verlief der Rest wie im Traum. Dann ist es quasi ein Selbstläufer.
Hat man dann alles fertig und bringt die erste Musik auf den BeoPlay A6 ist man, wie so häufig bei B&O, erstmal verwundert, überrascht und ein Stück weit auch überwältigt mit was für einer Klangkulisse dieser kleine Kasten aufwarten kann. Wir reden hier von 240 Watt aus 5 Lautsprechern in einem, sorry B&O für den Vergleich, Schuhkarton.
Man fragt sich sofort wie das denn funktioniert aus diesen Gerät diesen raumfüllenden, satten Klang zu produzieren. Dabei gibt es beim BeoPlay A6 keinerlei Möglichkeit den Klang zu verstellen oder zu beeinflussen. Es gibt ein voreingestelltes Setup und fertig. Der Rest muss von der Quelle kommen.

Das Bedienkonzept ist gleichermaßen ungewöhnlich wie auch logisch. Das gesamte System hat kein Display, keine Anzeige oder irgend sowas. Man muss und kann es blind bedienen. An der Oberseite des A6 findet man eine Bedieneinheit. Oder besser gesagt, die Oberseite des A6 ist die Bedieneinheit.

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Hier befindet sich eine Touch Oberfläche. Wenn man den BeoPlay A6 direkt in der Mitte an der Oberseite, da wo die 0 ist, kurz berührt wird er quasi eingeschaltet. Die letzte aktive Audioquelle wird wieder abgespielt. Berühre ich den A6 an genau dieser Stelle etwas länger dann wird er ausgeschaltet. Wobei natürlich ausschalten nicht stimmt. Er wird nur Stumm gestellt bzw. das aktuelle Streaming gestoppt. Berühre ich den BeoPlay A6 kurz etwas rechts von der Mitte springe ich in der Playlist einen Titel nach vorn, links von der Mitte geht es entsprechend einen Titel zurück. Streiche ich an der Oberseite des Gerätes kontinuierlich von links nach rechts erhöht sich die Lautstärke, von recht nach links wir es entsprechend leiser.
Und mehr Bedienelemente gibt es nicht. Einfach und Simpel.
Jetzt kann man zum Beispiel via AirPlay von einem Apple Gerät Musik zum BeoPlay A6 senden. Hierbei empfehlen sich zum Beispiel Dienste wie Deezer oder Spotify. Als Radiostreaming Dienst empfiehlt sich TuneIn. Der Vorteil der genannten Dienste ist aber ganz klar die Integration in den BeoPlay A6. Der A6 hat entsprechende Clients mit an Bord. In der Konfiguration mit der BeoSetup App kann man hier entsprechend die Zugangsdaten zu den Diensten hinterlegen. Damit ist der A6 in der Lage die Daten selbstständig zu streamen. Ich benötige also nicht immer zwingend noch ein aktives iPad dazu.
Zum Beispiel. Ich nehme mein iPad. Stelle im TuneIn das Radiosender Bayern 3 ein, im Deezer Playlist ‚Chillen‘ und im Spotify Playlist ‚Laut‘. Dann übernimmt der A6 diese Informationen. Und wenn ich jetzt in 5 Tagen wiederkomme, der Akku des iPads ist leer, kann ich den BeoPlay A6 einschalten und werde entsprechend die korrekten Radiosender, Playlists usw. bekommen und abspielen könnnen.

A6-15JS-Lo24Nahtlos in dieses Konzept eingefügt ist auch der LineIn Anschluss. An diesem hängt bei mit der Fernseher. Der Anschluss selbst ist eine 3,5mm Klinke. Da der Fernseher als Audioausgang nur einen optischen, digitalen Ausgang (TosLink) hat musste ich hier noch einen entsprechenden Wandler dazwischen schalten. Gut, gibts bei Amazon für knapp 20€ und funktioniert super.
In der Schaltlogik ist der LineIn Eingang allen anderen Quellen übergeordnet (das kann man auch einstellen). Sobald ich also den Fernseher einschalte, schaltet der A6 immer auf LineIn um und bringt somit den Ton des Fernsehers.

Nun stellt sich dem aufmerksamen Leser noch die Frage, wie man denn jetzt bei dieser Konstellation die Lautstärke einstellt. Die Nutzung eines digitalen Ausgangs an einem TV setzt in aller Regel die Lautstärkeregelung des Fernsehers außer Kraft. Und immer aufstehen und zur Box gehen ist auch nicht wirklich zeitgemäß.
Dafür habe ich natürlich auch eine Lösung gefunden. Hier kommt ein BeoSound Essence zum Einsatz. Was das ist, was es tut und wie es funktioniert berichte ich in den nächsten Tagen in einem gesonderten Beitrag.

Das soll’s erstmal zum BeoPlay A6 gewesen sein. Ich werde sicher auch noch mal einen extra Beitrag zum Thema BeoLink bringen. Da muss ich aber noch etwas rumtesten und probieren.

 

Bildquelle: Bang & Olufsen

BeoPlay A6

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