Angeheizt durch Sebastian’s Nachtfotos mit Sternen habe ich mich nun auch einmal mit diesem Thema beschäftigt.
Man kann damit schon faszinierende Bilder zaubern. Und so schwer ist das nun auch wieder nicht. Es ist kein Hexenwerk. Jedoch benötigt man schon entsprechendes Equipment.

20150307-DSC_2056

Was sind nun die Voraussetzungen?

Klar, erst einmal sollten die Wolken den Himmel nicht verhängen. Man muss die Sterne auch sehen. Dazu ist ein Standplatz mit möglichst wenig Nebenbeleuchtung sehr von Hilfe. Ich denke direkt in der Stadt sollte man sowas nicht erst versuchen. Raus aufs Land. Auf ein Feld, eine Waldlichtung oder ähnliches.
An Fotokram benötigt man ein standfestes, wackelfreies Stativ. Eine gute Kamera die nicht nur einen Automatikmodus kennt. Einen Fernauslöser und ein lichtstarkes Objektiv.
Das war’s dann auch schon. Ja, ich weiss. Allein diese Zutaten können schnell der Investition eines gebrauchten Kleinwagens entsprechen.

20150307-DSC_2051

Grundlagen

Was muss man beachten. Zuerst einmal muss man sich ins Gedächtnis führen, was man irgendwann einmal in der Schule gelernt hat.
Die Erde dreht sich um die eigene Achse. Die „Sterne“, also die Punkte am Himmel bewegen sich deswegen. Also nicht die Sterne bewegen sich. Die Erde bewegt sich. Von daher ist Vorsicht geboten bei der Auswahl der Belichtungszeit.
Es gibt eine Wunderschöne Faustformel die man anwenden kann. Als Ergebnis erhält man die maximale Belichtungszeit, bei der ein Stern noch als Punkt erscheint und nicht schon ein unscharfer Strich wird.Für Vollformat Kameras kann man rechnen 500/Brennweite = max. Belichtungszeit. Bei DX bzw. APS-C sagt man 300/Brennweite = max. Belichtungszeit.
Hier man eine kleine Beispielrechnung. Wenn ich jetzt an meine D750 das 16mm Nikkor Objektiv setze dann kann ich mit 500/16 errechnen, das ich ca. 30 Sekunden belichten um einen Stern noch als Punkt zu sehen. Hätte ich jetzt das 70-200mm aufgeschraubt und dann könnte ich bei 70mm nur noch 7 Sekunden belichten. Bei 10 Sekunden wäre schon alles unscharf.

20150307-DSC_2044

Da wir ja im Falle der Astrofotografie das letzte Fitzelchen Licht einfangen wollen ist eine längere Belichtungszeit schon mal von unschätzbarem Vorteil. Sollte die Zeit nicht ausreichen um ein gewünschtes Ergebnis zu erzielen muss man an die ISO Einstellungen der Kamera ran. Hier kann man aber nicht wirklich eine Empfehlung geben. Das muss man einfach ausprobieren. Die Bilder die ich diesem Beitrag beigefügt habe sind alle im Bereich von ISO 320 – ISO 800 entstanden. Man kann aber auch noch gute, nicht zu verrauschte Bilder, bis ISO 4000 erziehlen. Darüber hinaus nimmt das Bildrauschen doch etwas zu. Jedoch kann dieses Rauschen auch sehr schöner Bestandteil eines Bildes sein. Hier gilt immer wieder: probieren geht über studieren.
Generell sollte man also für die Astrofotografie auf jeden Fall ein lichtstarkes Objektiv, F/2.8 oder besser, benutzen. Natürlich geht es mit F4.5 und mehr. Allerdings wird man nicht mehr dieses brillante, detailreiche Ergebnis erzielen. Es läuft einem quasi die Zeit weg, bevor sich der Himmel wegbewegt.
Natürlich kann man diesem Effekt auch mit sogenannten Astro-Trackern aus dem Weg gehen. Jedoch soll das hier erstmal nicht das Thema sein.
Ja, Stativ aufbauen. Kamera montieren. Motiv wählen. Das ist zugegebener maßen bisweilen nicht ganz einfach. Je nach Bildausschnitt und Kamerawinkel muss man mitunter schon ein Artist sein um noch durch den Sucher gucken zu können. Hier kann zum einen das klappbare Display der D750 helfen. Habe ich mich am Anfang noch gefragt, wozu das überhaupt da sein soll, möchte ich es jetzt nicht mehr missen. Man kann die Kamera in den LiveView Betrieb schalten und kann den Bildausschnitt eventuell am Display sehen. Ich drehe meist die ISO bis 12.000 hoch und mache ein Testbild. Da kann man dann schon auch sehen ob es so halbwegs passt.
Ja. Und dann heißt es Ruhe bewahren und Geduld haben. Kamera einstellen. Wenn möglich und verfügbar Spiegelvorauslösung wählen. Selbst aus dem Bild gehen. Man vergisst schnell wie weitwinklig so ein Weitwinkelobjektiv sein kann. Und dann mit dem Fernauslöser abdrücken. Warten. Ergebnis anschauen. Nachjustieren. Abdrücken. Und immer so weiter. Da geht schnell ein Stündchen drauf.

20150307-DSC_2054

So. Das soll’s dann fürs erste mal gewesen sein. Das Thema wird sicher noch fortgesetzt und sicher wird es wieder einiges an weiteren Informationen dazu im Forum geben.

Hier geht’s zum Forenbeitrag.

Kommentar verfassen